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Klösterl-Gastwirt Ulrich Hafner und Hanni Reiter sowie weitere Bürger machen sich für den Erhalt einer Wirtschaft in Wörth stark.

Zum Klösterl in Wörth

350 Unterschriften: Gaststätte soll bleiben

Wörth - Ulrich Hafner bangt um sein Gasthaus, sollte das Gebiet ums Wörther Klösterl neu gestaltet werden. Er hat eine Unterschriftenaktion gestartet. Laut Bürgermeister Thomas Gneißl ist noch nichts entschieden.

Gleich zwei Unterschriftenaktionen zum Erhalt einer Gaststätte in Wörth sind derzeit am Laufen. Die Initiatoren befürchten, dass bei einer Neugestaltung des Areals rund um die Wirtschaft Zum Klösterl, das der Gemeinde gehört, kein Dorfgasthaus mehr berücksichtigt wird. Insgesamt wurden bereits rund 350 Unterschriften gesammelt.

Der gelernte Koch Ulrich Hafner ist seit 13 Jahren Wirt im Klösterl, das dienstags bis samstags mit durchgehend warmer Küche ab 11 Uhr geöffnet hat. Als Gerüchte laut wurden, dass bei einer Überplanung des Gebiets vielleicht keine Wirtschaft mehr platziert werde, ist der Gastwirt aktiv geworden und hat nach Ostern eine Unterschriftenaktion gestartet. Rund 300 Personen haben bereits unterzeichnet. Und es gibt noch eine weitere Petition von Alwyn und Heidi Fridrich mit 45 Unterschriften, wobei die der örtlichen Vereine noch fehlen.

Wörth ohne Dorfwirtschaft ist für ihn nicht vorstellbar. In einem Schreiben an die Gemeinde heißt es: „Dies würde bedeuten, dass es eine Traditionsgaststätte, die in 2020 ihr 200-jähriges Bestehen feiern würde, nicht mehr gibt.“ Die Gäste und auch Vereine wären dann „ohne gesellige Heimat“. Das Fazit: „Eine Gastronomie mit echtem Dorfwirtschaftscharakter ist daher unerlässlich.“

Auch in der Gemeinderatssitzung war das Schreiben Thema. Zitat: „Eine Gaststätte ist neben Kirche und Maibaum, ein unverzichtbares Element jeder Ortsmitte. Sie ist ein Stück Leben einer Dorfgemeinschaft.“ Man erlebe mit dem Dorfladen „eine große Bereicherung“. Dieser durch den Laden und die Neugestaltung des Dorfplatzes eingeleiteten positiven Entwicklung würde man durch das Schließen des Klösterls entgegenwirken.

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die Gaststätte auch unter „starken baulichen und sanitären Einschränkungen über Jahre existieren kann“. Zudem sei die Wirtschaft keine Konkurrenz zur Wörther Sportgaststätte: „Öffnungszeiten, Angebote, Ambiente und Struktur einer Sportgaststätte haben einen gänzlich anderen Charakter.“ Ziel der Initiatoren und Unterzeichner: „Wir fordern von der Politik die weitere Stärkung der Ortsmitte in Wörth durch den Erhalt einer Gaststätte am jetzigen Standort Klösterl.“

In der Ratssitzung beruhigte Bürgermeister Thomas Gneißl die Gemüter. Es sei überhaupt noch nichts entschieden: „Da sind wir noch nicht so weit.“ Derzeit gebe es „keinen ultimativen Handlungsdruck“. Wenn man das Gebiet letztlich neu überplane, müsse alles „wohl überlegt“ sein. Man werde sich in absehbarer Zeit damit auseinandersetzen und die Öffentlichkeit frühzeitig informieren.

Zum Gaststättenerhalt meinte der Bürgermeister: „Wir sind uns dieser Thematik bewusst. Wir sind in alle Richtungen offen.“ Nur eines machte Gneißl unmissverständlich klar. Die Bausubstanz des Klösterl sei nicht zu retten, das Gebäude nicht sanierungsfähig. So muss man bei einer Überplanung wohl mit einem Neubau rechnen. Doch noch steht das vertraute Klösterl allen Gästen offen.

Vroni Vogel

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