Kommunaler Geschosswohnungsbau 

Wörth macht Nägel mit Köpfen

Wörth/Walpertskirchen – Das Thema kommunaler Geschosswohnungsbau beschäftigt angesichts der Wohnungsengpässe im Landkreis immer mehr Gemeinden. In Wörth macht man Nägel mit Köpfen.

Im neuen Baugebiet Wörth II soll ein Geschosswohnungsbau verwirklicht werden. In der Gemeinderatsitzung informierte Roman Dienersberger von der Regierung von Oberbayern über Fördermöglichkeiten im Rahmen des so genannten Wohnungspakts Bayern. In Frage komme für Wörth vor allem das kommunale Wohnraumförderprogramm, für das bayernweit derzeit 150 Millionen Euro zur Verfügung stünden. Um Fördermitteln zu erhalten, müsste die Gemeinde Projektträger sein, die Belegung vornehmen und eine tragbare Miete verlangen. 30 Prozent der Projektkosten würden als Zuschuss gefördert. Auch der Grunderwerb sei förderfähig. Es bestehe die Möglichkeit, ein zinsverbilligtes Darlehen aufzunehmen. „Die Quellen versiegen nicht“, meinte Dienersberger grundsätzlich zu den Förderprogrammen, die darauf abzielten, für Berufsgruppen mit geringerem Einkommen, Alleinerziehende, Senioren und Menschen mit Behinderung gerade im Ballungsraum Oberbayern bezahlbare Wohnungen zu schaffen und einer Abwanderung finanzschwächerer Berufssparten entgegenzuwirken.

Die staatliche Wohnbauförderung mit einem Volumen von rund 400 Millionen ist ein weiterer Fördertopf, der für Wörth interessant sein könnte. Bürgermeister Thomas Gneißl hakte immer wieder nach und suchte nach der versteckten großen „Kröte“, die jedoch nicht zu finden war. Jetzt will man sich in der Gemeindeverwaltung mit einer möglichen Planung auseinandersetzen. Eventuell könnte beim gemeindlichen Geschosswohnungsbau das bestehende Kommunalunternehmen eingebunden werden.

Auch in Walpertskirchen hat Dienersberger einen Vortrag gehalten. Hier gibt es zwar noch kein konkretes Bauprojekt, doch wie Bürgermeister Franz Hörmann sagte, sei der Geschosswohnungsbau ein Thema, „mit dem man sich beschäftigen sollte“.

Die Walpertskirchener SPD hatte zum sozialen Wohnungsbau bereits im vergangenen Sommer einen Infoabend mit der SPD-Landtagsabgeordneten Doris Rauscher veranstaltet und danach einen Antrag im Gemeinderat eingebracht, sich über den Bau von Mietwohnungen Gedanken zu machen. SPD-Rätin Beate Aust hatte damals auf verschiedenste Modellformen und Fördermöglichkeiten zum sozialen Wohnungsbau hingewiesen. Ihrer Meinung nach wäre das ein wichtiger und umfassender Bereich, mit dem sich ein Arbeitskreis frühzeitig beschäftigen sollte. Der Antrag wurde zurückgestellt. Man einigte sich damals darauf, zuerst umfassende Informationen zum Thema Geschosswohnungsbau einzuholen.

Vroni Vogel

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ gms

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