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Die Pilotgemeinde Wörth hat eine staatliche Maximalförderung für kommunales Sturzflut-Risikomanagement erhalten (v.l.): Bürgermeister Thomas Gneißl, Umweltministerin Ulrike Scharf sowie Stefan Homilius und Susanne Schumm vom Wasserwirtschaftsamt München. 

Kommunales Sturzflut-Risikomanagement 

Win-Win-Situation beim Hochwasserschutz in Wörth

Mit einer staatlichen Förderung von 150 000 Euro macht sich Wörth an den Schutz vor Sturzfluten und Hochwasser. Eine große Hilfe dabei kommt von Fachmann Gerhard Frühe, der die Gemeinde ehrenamtlich berät.

Wörth – Die Gemeinde Wörth erhält mit 150 000 Euro eine staatliche Maximalförderung für kommunalen Hochwasserschutz und Risikomanagement bei Starkregenereignissen. „Handeln, nicht reagieren“ – nach diesem Prinzip, so Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl, habe man die gemeindliche Verantwortung für den Hochwasserschutz schon früh übernommen.

Bereits 2017 habe sich die Kommune aufgemacht, nach praktikablen Wegen zu suchen und in Folge ein Ingenieurbüro beauftragt. Auch das Wasserwirtschaftsamt sei eingebunden worden. Wörth sei von der Behörde erst einmal „auf Warteschleife“ gesetzt worden, mit dem Verweis, dass dazu bald ein neues, bayernweites Programm aufgelegt werde. Als es soweit war, hat sich Wörth sofort beworben. Die Kommune war aufgrund ihrer Vorarbeiten in der glücklichen Lage, das Angebot prompt aufzugreifen.

Mit im Boot ist Fachmann Gerhard Frühe aus Hofsingelding, der viele Jahre in der Wasserwirtschaft tätig war und die Gemeinde ehrenamtlich berät – „für uns ein Glücksfall“, so Gneißl. Nach Fraunberg ist jetzt auch Wörth eine der 40 Pilotgemeinden und hat von Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) einen symbolischen Scheck bekommen.

„Der Schutz vor Sturzfluten ist eine neue wichtige Säule des Hochwasserschutzes in Bayern. Zentraler Baustein ist der Hochwasserschutz in den Regionen“, erklärte Scharf dabei. Dies sei ein Gemeinschaftsprojekt und könne nur Hand in Hand mit den Kommunen erfolgreich sein. „Das Förderprogramm ermöglicht es den Gemeinden, maßgeschneiderte Konzepte für den bestmöglichen Hochwasserschutz zu schaffen“, so Scharf weiter.

Wie Frühe im Pressegespräch erläuterte, stehen im staatlichen Topf insgesamt drei Millionen Euro für Fördermaßnahmen in 40 Kommunen zur Verfügung. 27 Gemeinden haben sich derzeit zum Förderprogramm angemeldet. Bei einem Zuschlag werde die Planung mit 75 Prozent gefördert. In Wörth dürfe sie folglich 200 000 Euro kosten.

Das Konzept sieht eine Gefahrenermittlung bei Fließgewässern und Gewässern dritter Ordnung sowie bei wild abfließendem Wasser in der Fläche vor. Nach der Gefahren- und Risikobeurteilung will die Gemeinde Schutzziele festlegen und im Rahmen eines kommunalen Sturzflut-Risikomanagements einen Maßnahmenkatalog entwickeln.

„Wo könnte der Bürger Eigenvorsorge treffen und sich schützen?“, diese Fragestellung sei ebenfalls zentral, erläuterte Gneißl. „Die Gemeinde wird selbst etwas tun und den Bürgern etwas an die Hand geben.“ In Infoversammlungen soll die Bevölkerung zu präventiven Maßnahmen und zum Verhalten im Extremfall informiert werden. Man werde durch das Konzept eine „individuelle Palette von Möglichkeiten“ bekommen. Da der Gemeinde vom Hochwasser 2013 viel Bildmaterial vorliege, habe man eine gute Grundlage. Die Vermessungsarbeiten an Gräben, Bächen und im Gelände laufen bereits an.

Bei der Konzepterstellung sprach Gneißl von einer Win-Win-Situation. Gemeinde und Staat profitierten von den Erkenntnissen, die man durch die Betrachtung gewinne. Nach der umfangreichen Planung soll’s an die Umsetzung gehen. „Die Ministerin hat in Aussicht gestellt, die Gemeinde auch hier nicht alleine zu lassen“, sagte Gneißl. Vroni Vogel

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