Für eine die Generationen verbindende, nachhaltige und ökologisch ausgerichtete Baulandpolitik setzen sich die Wörther Grünen ein. Gemeinderätin Monika Wenger (r.) führte im Dorfladen ins Schwerpunktthema Wohnen ein.
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Für eine die Generationen verbindende, nachhaltige und ökologisch ausgerichtete Baulandpolitik setzen sich die Wörther Grünen ein. Gemeinderätin Monika Wenger (r.) führte im Dorfladen ins Schwerpunktthema Wohnen ein.

Wahlprogramm

Grüne Siedlungspolitik: Neue Wohnformen von Tiny House bis WG

In einer lockeren Workshop-Atmosphäre im Dorfladen luden die Wörther Grünen zur Diskussion ein. Das Schwerpunktthema: nachhaltige Siedlungspolitik.

Wörth – Zunächst informierte Grünen-Sprecherin und Gemeinderätin Monika Wenger anhand von Zahlen zur aktuellen Bauland-Entwicklung, bevor die Teilnehmerschar in eine lebhafte Diskussion einstieg. In Deutschland habe sich die Siedlungsfläche in den vergangenen 60 Jahren verdoppelt. Die Wohnfläche pro Einwohner nehme kontinuierlich zu. Seien es 1970 noch 25 Quadratmeter pro Person gewesen, so liege man aktuell bei 50 Quadratmetern, so Wenger.

Es fehlt an geräumigen und finanzierbaren Wohnungen für Familien

In der Debatte wurde mit Blick auf das jeweilige Lebensalter auf den unterschiedlichen Platzbedarf und die unterschiedlichen Wohnwünsche verwiesen. Ob Familien mit Kindern, junge Leute, die von zuhause ausziehen, oder Senioren: Es gelte, mit verschiedenen Modellen auf die Ansprüche zu reagieren. So fehle es an geräumigen Wohnungen oder Häusern für Familien, die finanzierbar seien.

Für ältere Leute, die ihr großes Haus gerne gegen eine seniorengerechte Wohnung tauschen würden, seien erschwingliche Angebote ebenfalls rar. Das gelte auch für junge Erwachsene auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Johannes Sachteleben schlägt zentrale Koordinationsstelle vor

In der Diskussion schlug der 19-jährige Johannes Sachteleben eine zentrale Koordinationsstelle vor, die generationsübergreifend alle Parteien zusammenbringe. Lotsendienste und gute Anlaufstellen seien entscheidend, bestätigte Schuldnerberaterin Jessica Sossau-Thiede.

Mehrgenerationenhäuser für das Zusammenleben von Jung und Alt, Tiny Houses für Junge und die Förderung von WGs wurden genannt. Vorstellbar seien auch begleitete Projekte zum Wohnungstausch oder zur gemeinschaftlichen Wohnungsnutzung von jungen Leuten und Senioren mit gegenseitiger Unterstützung. Solche Modelle könnten von der Kommune angestoßen und gefördert werden.

Nachhaltiges und flächensparendes Bauen

Nachhaltiges und flächensparendes Bauen, das auf den Klimaschutz abgestimmt sei, war eine zentrale Forderung. Entwicklungsingenieur Andreas Bartl möchte sich für eine möglichst umweltschonende Gemeindeentwicklung einsetzen. Man müsse bei der weiteren Siedlungsentwicklung langfristig denken. Die Grünen wollen sich zudem für eine gezielte Innenentwicklung stark machen. Durch Gewerbegebiete am Ortsrand würden die kleinen Läden im Ortskern aussterben. Wenn man die Baulücken und den Leerstand im Innenbereich betrachte, sei hier viel Potenzial, um Wohnraum zu schaffen. Auch die Nachverdichtung wurde angeführt.

Eine gute Infrastruktur sei entscheidend, um das Wohnen im ländlichen Raum für alle Generationen passend zu gestalten. Entsprechende Angebote würden das Miteinander fördern, meinte Petra Schletter. Die Kandidatin umriss ihre zentrale Zielsetzung im Wahlprogramm: „Es ist mir sehr wichtig, dass wir uns für eine ökologische, nachhaltige Politik in unserer Gemeinde zur Bewahrung der Schöpfung einsetzen.“ Der Ausbau des ÖPNV war auch ein Schwerpunkt, um Wohnen auf dem Dorf für alle attraktiv zu machen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. 

Vroni Vogel

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Erding, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Erding.

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