Gegenüber vom Bahnhof in Hörlkofen will ein Investor drei Gebäude mit Wohnungen errichten
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Gegenüber vom Bahnhof in Hörlkofen will ein Investor drei Gebäude mit Wohnungen errichten.

Investor will am Bahnhof bauen – Im Gespräch sind um die 25 Einheiten samt Tiefgarage

Mehr Wohnraum in Hörlkofen

Dieser Bauwunsch war kontrovers diskutiert worden: Ein Investor will in Hörlkofen drei Häuser errichten.

Hörlkofen – Auf einen gemeinsamen Weg einigte sich der Wörther Gemeinderat am Montagabend bei der ersten Änderung des Bebauungsplans „Altes Rathaus“. Wie berichtet, will ein Investor, der das Grundstück gegenüber vom Hörlkofener Bahnhof nach einem Erbfall erworben hat, dort drei Häuser errichten. Ob und wie man eine sinnvolle Wohnraumverdichtung schaffen, die dörfliche Struktur erhalten und die Anliegerinteressen berücksichtigen könne – diese Punkte waren in einer früheren Sitzung kontrovers diskutiert worden. Jetzt legte das Ratsgremium erste Rahmenparameter für die mögliche Bebauung in einem einstimmigen Beschluss fest.

Wie viele Wohnungen letztlich entstehen sollen, steht indes noch nicht fest. Im Gespräch sind um die 25 Einheiten. Eine Tiefgarage mit Ein- und Ausfahrt an der Bahnhofsstraße soll die Parkplatzproblematik lösen.

Die Kommune bestellte Planer Reinhard Lindner, der für diesen Bereich den Bebauungsplan erstellt hat, als fachlichen Beistand. Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) holte nun erneut ein Meinungsbild ein, fasste die Bedenken zusammen und fragte in die Runde: „Überfrachten wir den Ort?“

Mit Blick auf den Bahnhof, die ausgezeichnete Anbindung und die Wohnungsknappheit sei die vorgesehene Bebauung aus städtebaulicher Sicht „komplett verträglich“, meinte Planer Lindner. CSU-Rat Anton Erl gab zu bedenken: „Für die Nachbarn geht es um Bauräume und Abstandsflächen.“ Zur Bestandsbebauung soll deshalb ein möglichst großer Abstand eingehalten werden.

Thomas Altmann (SPD/Parteifreie) meinte: „Es geht um die Kubatur der Gebäude.“ Das Volumen der Bauwerke sei entscheidend. Eine Verschattung der benachbarten Gärtnerei soll nicht erfolgen, wurde ebenfalls erneut angeführt. Folgende Parameter legte das Gremium letztlich fest: eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,25 für die drei Hauptbaukörper und von 0,27 für die ebenerdigen Anbauten der Gebäude, eine Wandhöhe von 6,60 Meter und eine Firsthöhe von 10,85 Meter. Bei den Dachaufbauten mit Schleppdachgauben sollen 40 Prozent der Dachlänge zulässig sein. Für die Dächer soll eine Pultdachform gewählt werden.

Gneißl sprach von einem „vertretbaren Kompromiss“, wenngleich die Bebauung aus Sicht der Nachbarschaft eine „große Veränderung“ darstelle. Johannes Sachteleben (Grüne) blieb skeptisch: „Die Anwohner werden uns sowieso die Bude einrennen.“

Die Gemeinde möchte bei diesem Bauprojekt außerdem über das „Sobon-Modell“ Zugriff auf drei Wohnungen bekommen, die von der Kommune in einer Art Einheimischenmodell vergeben werden. Gneißl erläutert auf Nachfrage, dass die Gemeinde die Bewerber aussuche und der Bauträger die drei Wohnungen dann zu einem vergünstigten Preis an sie verkaufe.

Vroni Vogel

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