Die Fraktion der Grünen im Wörther Gemeinderat mit (v.l.) Johannes Sachteleben, Monika Wenger und Petra Schletter beantragte, ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. Ihr Vorstoß wurde einstimmig genehmigt.
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Die Fraktion der Grünen im Wörther Gemeinderat mit (v.l.) Johannes Sachteleben, Monika Wenger und Petra Schletter beantragte, ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. Ihr Vorstoß wurde einstimmig genehmigt.

Antrag der Grünen-Fraktion - AK Energie wird mit eingebunden

Wörth bekommt Klimaschutzkonzept

Die Gemeinde Wörth bekommt ein kommunales Klimaschutzkonzept. Der Vorstoß, den Klimaschutz in allen gemeindlichen Bereichen konsequent umzusetzen, kam von der Fraktion der Grünen im Gemeinderat.

Wörth - Der Antrag von Monika Wenger, Petra Schletter und Johannes Sachteleben, ein kkommunales Klimaschutzkonzept zu entwickeln, ging einstimmig durch.Allerdings hatte die Initiative der Grünen zunächst gerade bei der SPD für Irritationen gesorgt, weil es bereits den langjährigen Arbeitskreis (AK) Energie gibt, den inzwischen Gemeinderat Thomas Altmann (SPD/parteifrei) leitet. Vizebürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD) betonte: „Da ist wahnsinnig viel geleistet worden“ und plädierte dafür, „gemeinschaftlich“ zu agieren. Grünen-Rätin Wenger sah darin keinen Widerspruch. Es gehe nicht um eine Konkurrenz zum bestehenden Arbeitskreis. Aber: „Klimaschutz ist mehr als Energie.“

Ein roter Faden für eine grüne Gemeinde

Wenger sprach von einem „roten Faden“, der mittels Konzept für alle kommunalen Projekte gelten soll. Die Grünen-Rätin erläuterte: „In unserer Gemeinde gibt es seit zehn Jahren den Arbeitskreis Energie, der sehr gute Vorarbeit in Bezug auf Einsparpotenzial beim Heizen von Privathäusern und das Erstellen von PV-Anlagen auf kommunalen Dächern geleistet hat. Auch eine Datenerhebung zum CO2- Ausstoß gibt es bereits.“ Leider sei das Ziel, den Ausbau erneuerbarer Energie und klimaneutraler Wärmeversorgung voranzutreiben, „etwas ins Stocken geraten“. Wenger weiter: „Wir wollen mit unserem Antrag wieder mehr Bewegung in die Diskussion bringen.“

AK Energie soll eingebunden werden

Der AK Energie soll als Partner eingebunden werden. Man habe deshalb bereits vorher mit einigen Mitgliedern Kontakt aufgenommen. Ratskollege und AK-Leiter Altmann signalisierte seine Bereitschaft: „Die Tür steht offen. Ingesamt ist der Antrag zu befürworten.“

Aufgrund seiner Erfahrungen gab Altmann zu bedenken, dass man „ehrenamtlich an Grenzen kommen“ könne. Deshalb sei es sinnvoll, sich eventuell professionelle Hilfe zu holen – ein Gedanke, den Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) aufgriff. Das sei bei der konkreten Umsetzung durchaus vorstellbar.

Themenschwerpunkte bereits festgehalten

Das Gemeinderatsgremium einigte sich auf folgendes Vorgehen: Zunächst werden sich die Grünen-Fraktion und der AK Energie an die Konzeptausarbeitung machen, dann soll die Thematik im Ausschuss „Bau, Umwelt, Energie und Klimaschutz“ und letztlich im Gemeinderat behandelt werden.

Im Grünen-Antrag sind bereits Themenschwerpunkte angeführt: Energetische Sanierung von Bestandsbauten, Förderung der privaten Sanierung durch Energieberater, maximale Ausnutzung der gemeindlichen Dachflächen zur Nutzung von Solarenergie, klimaneutrale Gestaltung zukünftiger Baugebiete, Optimierung der Straßenbeleuchtung im gesamten Gemeindegebiet, zusätzliche E-Ladestationen, fahrradfreundliche Gestaltung der Feldwege in Richtung Erding und Markt Schwaben, die Reduktion versiegelter Flächen innerorts durch Begrünung sowie die Taktverdichtung bei der Buslinie 445. Auch weitere Anregungen aus dem Gemeinderat sollen aufgenommen werden.

Klimaschutz muss „breit fokussiert“ werden

Grünen-Rätin Schletter betonte, das Thema Klima sei „breit zu fokussieren“. Es gehe darum, „Kleinigkeiten nicht zu vergessen, die enorm wichtig sind“. Schletter appellierte für eine auf lange Sicht nachhaltige Arbeitsweise. „Wir müssen an die nächste Generation denken.“ Grünen-Rat Sachteleben wollte den Klimaschutz grundsätzlich wieder mehr ins Blickfeld rücken. Die Verwirklichung soll „ im Dialog“ mit „gemeinsamen Schritten“ erfolgen.

(von Vroni Vogel)

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