Trügerische Sommeridylle: Die Gemeinde gibt ein Sicherheitskonzept für den Wörther Weiher in Auftrag, um sich im Schadensfall gegen strafrechtliche Konsequenzen zu wappnen. Reglementierende Maßnahmen zum Schutz der Badegäste sind zu erwarten.  
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Trügerische Sommeridylle: Die Gemeinde gibt ein Sicherheitskonzept für den Wörther Weiher in Auftrag, um sich im Schadensfall gegen strafrechtliche Konsequenzen zu wappnen. Reglementierende Maßnahmen zum Schutz der Badegäste sind zu erwarten.  

Gemeinde muss handeln

Nach BGH-Urteil: Wörther Weiher braucht ein Sicherheitskonzept

Kommt die Gemeinde Wörth ihrer Verkehrssicherungspflicht für den Wörther Weiher nicht nach, könnten strafrechtliche Konsequenzen drohen. Deshalb soll jetzt ein Sicherheitskonzept her.

Wörth – Strafrechtliche Konsequenzen würden drohen, falls die Gemeinde Wörth ihrer Verkehrssicherungspflicht für den Wörther Weiher nicht nachkomme. Auf der Basis eines Urteils des Bundesgerichtshofs hätten sich Kommunen mit Badeseen dieser Problematik zu stellen, informierte Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) in der Gemeinderatssitzung.

Gneißl machte gleich zu Beginn der Debatte sein Widerstreben unmissverständlich deutlich, „weil’s mir bei dem Thema den Magen umdreht“. Denn die Tendenz, alles reglementieren zu müssen, stieß ihm sauer auf. Dennoch sei es wichtig, sich mit der Thematik zu beschäftigen, betonte er.

„Wenn’s hart auf hart kommt, wird nach einem Schuldigen gesucht“

Sollte jemand am Badeweiher zu Schaden kommen, stelle sich die Frage nach der Haftung für die Kommunen. Insbesondere bei Todesfällen oder bei Unfällen mit Kindern würden dem Bürgermeister und auch dem Gemeinderat strafrechtliche Ermittlungen drohen, so Gneißl. Diese strafrechtliche Verantwortlichkeit sei das „einschneidende individuelle Haftungsrisiko“ und werde von der kommunalen Haftpflichtversicherung nicht übernommen. „Wenn’s hart auf hart kommt, wird nach einem Schuldigen gesucht“, stellte der Bürgermeister klar.

Erster Schritt aus dem Dilemma sei, einer auf dieses Thema spezialisierten Kanzlei den Auftrag für ein Sicherheitskonzept zu erteilen. Kostenpunkt: 10 000 Euro. Darauf basierend seien dann Maßnahmen umzusetzen. „Ich glaube, da rollt was auf uns zu“, meinte Gneißl. Das Konzept werde Anschlussthemen nach sich ziehen. „Auch wenn’s wehtut und schmerzt, wir werden es machen müssen“, meinte er weiter.

Wasserwacht-Chef Siegl: Bekomme „vor lauter Kopfschütteln ein Schleudertrauma“

Gemeinderat Florian Siegl (ÜPWG), zugleich Vorsitzender der Wörther Wasserwacht, bekannte bei dem Thema „vor lauter Kopfschütteln ein Schleudertrauma zu bekommen“. Siegl sprach die Tendenz an, dass die Wasserwacht zunehmend mit Beschwerden der Weiher-Besucher konfrontiert werde. Teils würden diese ziemlich aggressiv vorgebracht. Wenn jemand auf einem Stein ausrutsche, werde nach dem Schuldigen gesucht. Auch der glitschige Steg sei moniert worden, der seit 40 Jahren zum Weiher gehöre.

„Es ist irre, was da alles gefordert wird.“ Siegl sprach von einer „Vollkasko-Mentalität“. Ohne Sicherheitskonzept drohe wohl irgendwann die Sperrung des Weihers.

Vize-Bürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD) meinte: „Es ist traurig, in welche Richtung es geht. Woanders bauen wir Abenteuerspielplätze.“ Franz Mayr (ÜPWG) fragte nach, ob es nicht ausreiche, die Nutzung auf eigene Gefahr per Beschilderung deutlich zu machen. „Schilder sind bestenfalls begleitend“, erwiderte Gneißl.

„Baden auf eigene Gefahr“

Anton Erl (CSU) gab zu bedenken, dass man am Weiher eine gewisse Infrastruktur mit Freizeitangeboten geschaffen habe und fragte: „Was kann die Gemeinde für die diesjährige Badesaison unternehmen?“. Erl schlug vor, einen Teil des Weihers als Badebereich auszuweisen und beispielsweise die Nord- und Ostseite mit dem Schild „Baden auf eigene Gefahr“ zu versehen. Den weiteren Handlungsbedarf würde dann das Sicherheitskonzept aufzeigen. Auch Gemeindechef Gneißl sah dieses Vorgehen „als Schritt in die richtige Richtung“. Die Auftragsvergabe für das Sicherheitskonzept wurde einstimmig erteilt.

Vroni Vogel


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Das Thema der Sicherheit hat kürzlich auch den Neuchinger Gemeinderat beschäftigt: Der Badesteg am Lüßer Weiher ist derzeit gesperrt. Jetzt soll ein Sicherheitskonzept her, bevor er wieder freigegeben wird.

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