Neue Interessengemeinschaft 

Hochwasserschutz: Wörth wehrt sich

Wörth – Der Hochwasserschutz entlang von Sempt und Schwillach bereitet den Wörther Bürgern Sorgen. Jetzt haben sie eine Interessengemeinschaft gegründet.

Die Interessengemeinschaft (IG) Wörth bringt sich „gegen nachteilige Auswirkungen durch Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Sempt und Schwillach“ in Stellung. Sie wurde in einer internen Gründungsversammlung mit Wahlen im Wörther Gasthaus „Zum Klösterl“ aus der Taufe gehoben. Per Pressemitteilung wurde die Gründung öffentlich gemacht.

Die IG vertreten Vorsitzender Helmut Rehm, Fritz Gruber, Gerhard Schauer und Heinz Lomen. Schriftführerin ist Margaritha Berger und Kassier Thomas Wurzer.

Man diskutierte über die zwei Varianten: den linearen Hochwasserschutz in Erding und das Hochwasserrückhaltebecken mit Damm bei Niederwörth. In der Pressemitteilung wird auf die Ängste vor der Niederwörther Dammlösung eingegangen: „Es gibt viel Unsicherheit und Sorgen in der Bevölkerung von Wörth, da Vernässungen und Grundwasserveränderungen auftreten und eine Dammwandkonstruktion mit unklarer Spundwandabdichtung aufgezeigt wird, mit zusätzlicher Aufstaugefahr des Grundwassers.“

Ungewöhnlich seien hier die Dammsituation und Dammabdichtung quer zum Sempttal. In der Regel würden vergleichbare Dämme in Längsrichtung zum Fluss gebaut, so die IG. Unklar sei auch die Dammhöhe. Falls der Graben unterhalb des Dammes nicht berücksichtigt werde, würden sich Dammhöhen bis zu fünf Metern ergeben.

Helmut Trinkberger, Naturschutzbeirat im Landratsamt, stellte in der Gründungsversammlung seine Vorschläge zu einem natürlichen Hochwasserschutz entlang der Sempt auf 15 Kilometer Länge vor (wir berichteten). Bei den Wörther Bürgern sei diese Alternative gut angekommen, erhoffe man sich doch bei der Umsetzung eine wesentliche Reduzierung der Probleme mit dem Damm oder einen Verzicht auf diese Variante, so die IG.

Max Schmid von der Wörther Ortsgruppe des Bund Naturschutz habe sich ebenfalls für einen natürlichen Rückhalt des Hochwassers in der Fläche ausgesprochen. Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl habe die Gründung der IG Wörth begrüßt. Er erläuterte im Pressegespräch, die Gemeinde wolle in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt ein eigenes, zukunftsfähiges Hochwasserschutzkonzept entwickeln, das sich nicht nur die Gewässer dritter Ordnung, sondern auch auf Sempt und Schwillach als Gewässer zweiter Ordnung bezieht.

Ziele und Forderungen wurden in der IG-Gründungsversammlung formuliert. Trinkbergers Alternative entlang der Sempt soll geprüft und in die Planung einbezogen werden. Der Variantenvergleich soll überarbeitet werden. Nach Auffassung der Wörther besteht hier trotz der bisherigen Festlegungen des Wasserwirtschaftsamtes Nachholbedarf. Vor allem die Dammsicherheit habe für die Gemeindebürger hohe Priorität. Die zentrale Forderung der Interessengemeinschaft lautet: keine Schadensverschiebung von Erding nach Wörth.

Vroni Vogel

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