Großes Interesse zeigten die Anlieger von Gewo-Feinmechanik bei der Versammlung in der Schulturnhalle in Wörth, die wegen der geplanten Erweiterung der Hörlkofener Firma einberufen wurde. Foto: Vroni Vogel
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Großes Interesse zeigten die Anlieger von Gewo-Feinmechanik bei der Versammlung in der Schulturnhalle in Wörth, die wegen der geplanten Erweiterung der Hörlkofener Firma einberufen wurde.

Anliegerversammlung

Parkhaus mit 600 Plätzen „totaler Wahnsinn“

Anlieger der Hörlkofener Gewo-Feinmechanikfirma diskutieren in einer Versammlung über die geplante Erweiterung. Die Höhe und Größe des Parkhauses sind vor allem in der Kritik

Wörth – Viele Fragen und Bedenken hatten die Anwohner zur Erweiterung der Hörlkofener Firma Gewo-Feinmechanik (wir berichteten) in der Anliegerversammlung in der großen Schulturnhalle in Wörth. Firmenchef Georg Woitzik stand dort ebenso Rede und Antwort wie die Planer und Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG).

Die Gebäudehöhen, die Lichtbestrahlung bei Schichtbetrieb, die Verkehrsbelastung und der Betriebslärm standen in der Diskussion. Besonders kritisch sahen die Anlieger die Wandhöhe des von der Bebauung durch einen Grüngürtel abgerückten Parkhauses in Split-Level-Bauweise mit maximal 12,50 Metern. Der Zweckbau soll als Lärmschutz zum Ladehof im Innenbereich des Betriebs dienen. Hier verwies ein Anwohner auf einen Kompromiss von 2006: Man habe sich damals auf eine maximale Wandhöhe von 7,50 Metern und einen Mindestabstand von 22 Metern verständigt.

Kritisch hinterfragt wurde auch der Standort des Parkhauses. Dieser sei gewählt worden, weil die Erschließung über die Bahnhofstraße und nicht die Ziegeleistraße erfolgen soll. Würde man das Parkhaus verrücken, dann wären die Menschen in der Meilinger Siedlung betroffen, die laut Landratsamt denselben Schutzanspruch hätten, so die Antwort des Planers.

Eine Anwohnerin der Feldstraße wandte ein, dass es sich bei der Meilinger Siedlung um eine reine Wochenendsiedlung handle und fragte: „Warum sollen wir die Sündenböcke sein für die Parkgarage?“ Ein Besucher schlug vor: „Alles, was Krach macht, in den Norden.“ Jemand aus der Meilinger Siedlung sagte: „Auch hier wohnen Menschen.“ Ein Diskutant meinte, dass ein Parkhaus als Schallschutz die teuerste Lösung sei und hielt das für nicht sinnvoll. Beim Lärmschutz müsse man „kreativ sein“.

Auch die Größe des Parkhauses wurde kritisiert. Ein Parkhaus mit 600 Stellplätzen sei der „totale Wahnsinn“. Die Mehrfachbelastung durch die Bahn, den Zulieferverkehr durch die Firma Papier Karl und durch das Erweiterungsvorhaben der Firma Gewo führte eine Rednerin an, die an der Ahornstraße wohnt. Sie plädierte dafür, bei der Situierung des Parkhauses und anderer Gebäude „komplett anders, von der Staatsstraße aus, zu denken“.

Woitzik erwiderte zur Dimension des Parkhauses, dass man derzeit 480 Mitarbeiter habe und weiter „am Wachsen“ sei. Bei der Situierung der Gebäude habe man „sehr viele Möglichkeiten durchdiskutiert“. Viele Wünsche seien planerisch nicht möglich gewesen. Beispielsweise sei früher in der Planung gewesen, den Ladehof mehr in Richtung Meilinger Siedlung zu verschieben, was aber mit dem Schallschutz kollidiere. Die Anlage der Gebäude müsse für den betrieblichen Ablauf passen. Die Anbindung an die Staatsstraße war ein Wunsch, den der Firmeninhaber mit den Anwohnern teilte. Zur Parkhaushöhe machte Woitzik einen Vorschlag zur Güte. Man werde überprüfen lassen, ob ein Stockwerk weniger möglich sei. Fraglich sei, ob man mit den 7,50 Metern hinkomme. Hoffentlich sei es „kein Weltuntergang“, wenn man bei acht Metern lande.

Bürgermeister Thomas Gneißl betonte, dass die Gemeinde ein großes Augenmerk auf kontrolliertes Parken gelegt habe. Entschieden zurück wies der Gemeindechef den Vorwurf eines Anliegers, nicht rechtzeitig über die Erweiterungspläne informiert zu haben. Das sei „nicht fair“. Die Gemeinde habe mit den Planungsschritten „nicht hinterm Berg gehalten“. Gewo habe frühzeitig zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. „Niemand ist vor Veränderung gefeit – keiner, der in der Gemeinde lebt“, sagte Gneißl.

Vizebürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD) äußerte als direkte Anwohnerin des Gewo-Betriebsgeländes Verständnis für die Verunsicherungen der Anlieger, verwies aber auch auf die Kooperationsbereitschaft der Firmeninhaber. Es gelte, im Dialog zu bleiben.

Termin

In der Wörther Gemeinderatssitzung am Montag, 23. November, 18 Uhr, steht die Gewo-Bebauung auf der Tagesordnung.

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