Randale am Bahnhof Hörlkofen

Krimineller bedroht DB-Personal

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Hörlkofen - Ein Mann, der mehrfach straffällig geworden ist und wiederholt gegen Asylgesetze verstoßen hat, ist am Montag erst im Zug und dann am Hörlkofener Bahnhof komplett ausgetickt. Nun sitzt er im Gefängnis.

Der Einsatz, den sowohl die Beamten der Bundepolizei als auch zwei Bedienstete der Bahn nicht so schnell vergessen werden, nahm am Montag gegen 15.40 Uhr seinen Lauf. In der Regionalbahn 27056 von Landshut nach München-Ost saß nicht nur der 28 Jahre alte Flüchtling aus Somalia, sondern auch zwei Begleiter aus Somalia und Guinea-Bissau. Fahrtkarten hatten sie nach den Worten von Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei am Hauptbahnhof, für die zweite Klasse gelöst, bequem gemacht hatten sie es sich aber in der ersten Klasse.

Nicht nur deswegen sah sich die Zugbegleiterin (45) gezwungen, das Trio anzusprechen. Der 28-Jährige war alkoholisiert, seine Füße hatte er mitsamt Schuhen aufs Sitzpolster gegenüber gelegt.

Hauner berichtet weiter, dass sich die Drei nicht nur weigerten, das Abteil zu verlassen. Der 28-Jährige reckte zudem die Faust und drohte der Schaffnerin einen Faustschlag an.

Am Bahnhof Hörlkofen wollte die Bahnmitarbeiterin dem Treiben ein Ende setzen. Sie verwies die Drei des Zuges. Die Afrikaner stiegen tatsächlich aus, der Hauptbeschuldigte war aber weiter auf Krawall gebürstet. Er betrat nicht nur die Gleise, sondern brüllte laut herum und schüchterte den Fahrdienstleiter ein. Der Somalier, berichtet Hauner weiter, trat gegen die Tür des Gebäudes. Auch mit Fausthieben versuchte der junge Mann, ins Gebäude zu gelangen. Der Bahnmitarbeiter schloss sich aus Angst ein und alarmierte die Polizei.

Von der Streife zeigte sich der Asylbewerber kaum beeindruckt. Während sich die Begleiter nun ruhig verhielten, drehte der 28-Jährige noch mehr auf. „Er war aggressiv, provozierend und unkooperativ“, schildert Hauner. Schließlich gelang es, den Somalier in den Streifenwagen zu setzen und zur Wache am Ostbahnhof zu bringen, wo er untersucht wurde.

Spätestens danach war klar: Die Polizei hatte es mit einem harten Burschen zu tun. „Wir haben mehrere Ausweispapiere bei ihm sichergestellt, darunter eine ungarische Identitätskarte, einen Reisepass sowie eine Meldebescheinigung als somalischer Asylsuchender.“ Hauner fügte jedoch hinzu, „dass sämtliche Papiere unterschiedliche Personalien trugen“. Der Mann war also mit mehreren – Identitäten unterwegs.

Bei der erkennungsdienstlichen Behandlung und der Überprüfung seiner Daten kam ans Licht, dass der 28-Jährige von der Polizei wiederholt mit falschen Personalien angetroffen worden war. Allein unter seinem korrekten Namen fanden sich drei Fahndungsnotizen – wegen Widerstands, Diebstahls und Bedrohung. „In einem Fall“, schildert der Bundespolizei-Sprecher, war der Somalier wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt worden.“ Das war im Oktober 2014. Bezahlt hatte der Mann jedoch nicht.

Das war auch der Grund, warum der Somalier nicht wieder auf freien Fuß gesetzt, sondern ins Gefängnis gebracht wurde. 30 Tage muss er nur deswegen brummen. Ob er danach wieder auf freien Fuß kommt, ist noch nicht entschieden. Denn das Register des Afrikaners wird nun um ein weiteres Verfahren wegen versuchter Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung verlängert.

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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