Diese Planung macht den Bürgern in Niederwörth Angst.

Entscheidung vertagt

Rückhaltebecken:Weitere Bohrungen nötig

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Rückhaltebecken ja oder nein? Bis November wollte das Wasserwirtschaftsamt München eine Entscheidung darüber treffen, wie die Stadt Erding am wirksamsten vor Hochwasser geschützt werden kann. Jetzt gibt es Verzögerungen. Der Grund: Weitere Bohrungen seien notwendig.

Erding– Die Stadt Erding braucht einen wirksamen Hochwasserschutz. Das hat das Jahr 2013 deutlich gezeigt. Die Planungen dafür laufen beim Wasserwirtschaftsamt München auf Hochtouren. Eine Variante sieht ein riesiges Rückhaltebecken bei Niederwörth vor. Diese Maßnahme stößt vor allem bei den Bürgern dort auf Ablehnung.

Ob es realisiert werden kann, hängt davon ab, wie sich der Einstau des Beckens auf das Grundwasser auswirkt. „Die Anwohner sorgen sich, dass das Grundwasser ansteigt und ihre Keller vernässt werden“, erklärte Christian Leeb in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Er ist erst vor wenigen Wochen als Leiter ans Wasserwirtschaftsamt München gewechselt.

Derzeit werde ein Grundwassermodell erstellt, mit dem die Auswirkungen des Rückhaltebeckens im Betrieb modelliert werden sollen. „Die Ergebnisse sollten nach dem ursprünglichen Zeitplan bereits vorliegen“, schreibt Leeb. Allerdings habe sich gezeigt, dass eine noch genauere Kenntnis des Untergrunds notwendig sei: „Deshalb wurden an einigen Stellen weitere Bohrungen vorgenommen, um den Aufbau der Schichten zu erkunden.“ Schließlich gehe es darum, zuverlässige Ergebnisse zu bekommen, auf die sich die Anwohner verlassen könnten.

Auch für die Abschätzung der Kosten seien genaue Aussagen zum Grundwasser wichtig. „Die Frage ist, ob beispielsweise Pumpwerke oder Brunnen gebraucht werden. Das kostet Geld für Bau und Betrieb“, so Leeb. Auch das sei für die Varianten-Entscheidung wichtig. Wann genau mit Ergebnissen zu rechnen ist, ließ Leeb offen.

Dass es zu Verzögerungen kommen wird, hatte OB Max Gotz hatte am Dienstagabend in der Erdinger Bürgerversammlung angekündigt. Die Entscheidung wird noch eine Weile dauern“, sagte er. Bekanntlich gibt es zwei Möglichkeiten: das umstrittene Rückhaltebecken bei Niederwörth oder Mauern entlang der Sempt in Altenerding und Langengeisling.

Gotz verteidigte in der Bürgerversammlung auch die Mehrheitsentscheidung des Kreistages, dass auf seinen Antrag hin in den Gemeinden Wörth und Ottenhofen vorerst keine Flächen für bauliche Entwicklungen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden. Der OB hatte dies mit dem Hochwasserschutz im Sempt-Schwillachtal begründet. „Ich kämpfe mit großer Leidenschaft dafür“, sagte Gotz. Zur Kritik aus Wörth meinte er: „Mehrheiten sind nichts Unanständiges. Es gilt sie zu respektieren.“

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