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Eine Dankeskerze für die Wallfahrt nach Tuntenhausen hat Christine Sulzbacher gestaltet. Die Organisatoren Josef Cichos und Franz Jell (v. l.) nehmen die Kerze mit.

Nach dem Kirchenbrand von St. Peter: Pilger sagen Danke

Wörther Kerze im Wallfahrtsgepäck

Dass der Kirchenbrand von St. Peter Wörth am Ostersonntag vor drei Jahren glimpflich verlaufen ist, dafür wollen die Wörther Danke sagen - mit einer besonderen Kerze bei der Wallfahrt nach Tuntenhausen.

Wörth – Seit 420 Jahren wandern die Wörther Wallfahrer nach Tuntenhausen: Am Samstag, 4. Mai, ist es wieder soweit, Treffpunkt ist um 6 Uhr morgens an der Pfarrkirche St. Peter in Wörth. Heuer ist die Wallfahrt etwas ganz Besonderes: Denn die Kirche in Tuntenhausen wird nach einer zweijährigen Renovierungsphase an Ostern wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Außerdem tragen die Wörther dieses Jahr eine große Kerze mit, die Gemeindebürgerin Christine Sulzbacher in 30-stündiger Handarbeit bemalt hat.

Mit dabei ist heuer natürlich auch Franz Jell (67) aus Sonnendorf, er nimmt seit 57 Jahren an der Wallfahrt teil: „Mit zehn Jahren bin ich das erste Mal mitgegangen.“ Seitdem hat er nicht mehr gefehlt, wofür er sehr dankbar ist. Denn die Wallfahrt gehört zu seinem Leben – seit über 30 Jahren organisiert er die Wanderung am ersten Samstag im Mai maßgeblich mit. Er sagt: „Wir gehören zu den ältesten und beständigsten Wallfahrern.“ Und: Heuer wollen die Wörther Wanderer mit der Dankeskerze ein Zeichen setzen.

Die symbolträchtige Kerze sei Ausdruck des Dankes, dass der Kirchenbrand von St. Peter in Wörth am Ostersonntag vor drei Jahren glimpflich verlaufen sei. Kerzenmalerin Sulzbacher hat auf dem Wachslicht den Heiligen Florian und einen Spruch verewigt, der an die große Einsatzbereitschaft der Rettungskräfte erinnert, denn: „Die Kirche steht noch dank der Feuerwehr.“ Ein Ottenhofener Wallfahrer spendete die Kerze, Sulzbachers Vater Otto übernahm die Kosten für die Gestaltung.

Die Vorbereitungen für die Wallfahrt laufen übrigens auf Hochtouren: Eine Woche zuvor geht Franz Jell mit Josef Cichos die 45 Kilometer lange Strecke ab, die durch den Ebersberger Forst führt und organisiert die Mittagseinkehr. Beim Termin am ersten Maisamstag flankiert ein Begleitfahrzeug die Wanderer, so dass niemand Angst haben muss, auf der Strecke zu bleiben. „Der ganze Pfarrverband ist eingeladen, mitzugehen, aber auch auswärtige Gäste sind sehr erwünscht“, sagt der erfahrene Wallfahrer Jell.

Der feierliche Festgottesdienst mit Lichterprozession in Tuntenhausen beginnt um 19.15 Uhr. Die Messe zelebriert Domkapitular und Dekan Reinhold Föckersperger, der früher Kreisdekan und Stadtpfarrer in Erding war und jetzt in Moosburg wirkt. Die musikalische Gestaltung der Messe übernehmen der ortsansässige Kirchenmusiker Robert Grüner mit Chor sowie die Hörlkofener Bläser. Für die Rückfahrt werden Busse eingesetzt. 

Vroni Vogel

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