Das Bauwerk mit Böschungsbereich „wird intensiv in das Ausgleichsflächengebiet der Firma Gewo eingreifen“ (im Bild links): Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl spricht in der Bahndiskussion die geplante Straßenbrücke an der Rottmanner Straße an.
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Das Bauwerk mit Böschungsbereich „wird intensiv in das Ausgleichsflächengebiet der Firma Gewo eingreifen“ (im Bild links): Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl spricht in der Bahndiskussion die geplante Straßenbrücke an der Rottmanner Straße an.

Bahnausbau: Wörth fürchtet Nachfolgelast an Rottmanner Straße

„Überaus unglücklich“ mit großem Brückenbauwerk

Diskussionsrunde zum Bahnausbau München-Mühldorf (ABS 38): Im Wörther Gemeinderat informierte das Bahnteam mit Alexandra Kratsch, Sven Kluba und Projektleiter Max Cibis über die aktuelle Planungslage und beantwortete Fragen aus dem Gremium.

Hörlkofen – Am Montag, 7. Juni, lädt die DB Netz AG von 18 bis 20 Uhr zu einer virtuellen Infoveranstaltung ein, um die Ausbaumaßnahmen für den rund 7,2 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Ottenhofen und Wörth vorzustellen (Anmeldung per E-Mail an abs38@deutschebahn.com; die Aufzeichnung der Veranstaltung steht im Nachgang auf der Projektseite unter www.abs38.de zur Verfügung.).

„Wir haben uns intensiv über Jahre mit den Bahnthemen beschäftigt“, sagte Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) in der Sitzung. Ein Konsens sei inzwischen im Bereich des Bahnübergangs an der Stalleringer Straße erzielt worden. Kritisch merkte Gneißl an, dass die Bahn „wenig kooperativ“ gewesen sei, mit dem durch den Bahnausbau betroffenen Hörlkofener Zimmereibetrieb eine Lösung zu finden, als es um eine eventuelle Gewerbeabsiedelung gegangen sei.

Bauwerk greift „intensiv in das Ausgleichsflächengebiet der Firma Gewo ein“

„Überaus unglücklich“ sei man zudem mit dem geplanten großen Brückenbauwerk an der Rottmanner Straße. Der Gemeinderat habe letztlich resignativ entschieden, „auf die Vorzugsvariante der Bahn zu gehen“. Die Rottmanner Straßenbrücke würde größtenteils Walpertskirchener Gemeindegebiet tangieren. Das Bauwerk mit Böschungsbereich „wird intensiv in das Ausgleichsflächengebiet der Firma Gewo eingreifen“, führte Gneißl weiter aus. Es seien Verhandlungen zu führen, wer sich um die Brücke hinsichtlich der Straßenbaulast und des Unterhalts kümmere. Das Bauwerk an dieser Stelle sei auch für Walpertskirchen „unglücklich“, so Gneißl.

Projektleiter Max Cibis verwies auf die Entlastung für die Gemeinde bei der Beseitigung schienengleicher Bahnübergänge durch die Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes. „Die Ein-Drittel-Belastung für die Gemeinde fällt weg“, bestätigte Gneißl. Die Rottmanner Straßenbrücke „kostet die Gemeinden in der Anschaffung nichts“. Allerdings werde es zur Unterhaltspflicht „eine große Diskussion“ geben, da sie eine Nachfolgelast darstelle.

Schallschutz für die einzeln stehenden Häuser und Weiler

Sorge bereiten der Kommune überdies die einzeln stehenden Häuser und Weiler, die ebenfalls geschützt werden müssten. Vize-Bürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD) sprach die vorgesehene vier Meter hohe Schallschutzwand durch Hörlkofen an, „die den Ort zerschneidet“. Da brauche es eine „gute Gestaltung“ und eine Lösung, die „den Menschen am besten schützt“. Zu den Schallschutzwänden informierte der Projektleiter der Bahn, dass normalerweise eine Aluwand in Grün oder Grau verbaut werde, „wenn keine Aussage dazu kommt“. Die Gemeinde könne bei der Gestaltung aber mitreden.

Cibis verwies auf den Zwiespalt zwischen Lärmschutz und Wandwirkung: Man könne transparente Elemente integrieren, „aber dabei ist die Absorption des Schalls nicht so gut“. Lärm oder Lichtverlust, das war hier die Gretchenfrage.

Züge mit bis zu 200 km/h

Dieckmann fragte zudem nach den Zuggeschwindigkeiten. „Wir fahren bis zu 200 km/h“, erwiderte Cibis. Das gelte für den Fernverkehr, der dann durch Hörlkofen geleitet werden soll, um die Brennerzulaufstrecke zu entlasten. Außerdem sollen mit dem zweigleisigen elektrifizierten Ausbau das Nahverkehrsangebot verbessert und die Zugverbindungen aus dem Chemiedreieck gesichert werden.

Michaela Eckmayer (ÜPWG) wollte wissen, ob man sich eine vergleichbare Bahnstrecke ansehen könne, um einen realistischen Eindruck von der Geräuschkulisse und dem Betrieb zu bekommen. Hier wurde die Zugstrecke Richtung Augsburg genannt. Petra Schletter (Grüne) fragte mit Blick auf die dichte Bebauung in Hörlkofen nach passivem Lärmschutz, etwa Schallschutzfenster. Der Anspruch darauf werde jeweils überprüft, war die Antwort.

vev

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