Ihre Begeisterung für Sport will Petra Glässner, Gymnastikabteilungsleiterin des Hörlkofener SV, weitergeben. Ein Kursangebot für übergewichtige Kinder soll Spaß an der Bewegung vermitteln und Schwellenängste abbauen.
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Ihre Begeisterung für Sport will Petra Glässner, Gymnastikabteilungsleiterin des Hörlkofener SV, weitergeben. Ein Kursangebot für übergewichtige Kinder soll Spaß an der Bewegung vermitteln und Schwellenängste abbauen.

SV Hörlkofen: Petra Glässner bietet Kurse für übergewichtigen Nachwuchs – Start im Herbst

Viele Kinder können keinen Purzelbaum mehr

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die an Übergewicht leiden, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Hinzu kamen jetzt im Lockdown oftmals schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung. Hier will ein neuer Kurs des Hörlkofener Sportvereins ansetzen.

Hörlkofen – Petra Glässner ist Leiterin der Gymnastikabteilung und hat die Nachfolge von Maria Gaigl angetreten. Die Hörlkofenerin hat viele Ideen. Ein Angebot liegt ihr ganz besonders am Herzen, das landkreisweit Schule machen könnte: Kurse für übergewichtige Kinder.

„Das Allerwichtigste ist Spaß an der Bewegung“, davon ist die sportbegeisterte Kursleiterin und Rückentrainerin überzeugt. Wer einige Kilos zu viel auf die Waage bringe, könne dennoch seine Koordination, Konstitution und Ausdauer verbessern, Körperspannung aufbauen, das Gleichgewicht und die Beweglichkeit schulen. Im Schulsport werde nicht selten eine „Vermeidungshaltung“ eingenommen, wenn man sportlich nicht so fit ist. Dickere Kinder hätten auch mit Mobbing zu kämpfen, weiß Glässner: „Übergewicht vernichtet das Selbstwertgefühl.“

Laut Weltgesundheitsorganisation habe „die elektronische Revolution“ dazu geführt, dass sich in Deutschland mehr als 80 Prozent der Kinder zu wenig bewegen – für Glässner eine erschreckende Tendenz und ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gelte. Viele Kinder könnten keinen Purzelbaum mehr machen oder auf einem Bein die Balance halten. „Ich möchte den Kindern verschiedene Sportarten zeigen, die im Breitensport zuhause sind“, sagt Glässner. Dazu zählt sie etwa Laufen, Federballspielen, Tischtennis, Dehnungsübungen und Schwimmen. Letzteres sei aber nur dann möglich, wenn Eltern als Betreuungspersonen mitkommen.

Im geschützten Raum des Kurses könne Vieles ausprobiert werden. „Teamsportarten, die eher für ältere Kinder geeignet sind, nehmen zusätzlich Einfluss auf die sozialen Fähigkeiten“, sagt Glässner. Kinder könnten mehr Team- und Kritikfähigkeit, Fairness und Hilfsbereitschaft erlangen sowie neue Freunde finden: „Ich möchte die Kinder begleiten und ihnen Werkzeug in die Hand drücken.“ Körperliche Aktivität sei gut für den Kopf, schaffe Selbstbewusstsein, fördere das Wohlbefinden sowie das Zutrauen in den eigenen Körper und beuge Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie Diabetes vor.

Im Herbst möchte Glässner mit dem Kursangebot in Blockform starten, das in der kleinen Turnhalle in Wörth stattfinden soll. Interessierte melden sich per E-Mail an gymnastik@hoerlkofener-sv.de. Außerdem sei es hilfreich, immer mal wieder auf die Homepage des Vereins, www.hoerlkofenener-sv.de, zu schauen, um sich grundsätzlich über neue Sportangebote zu informieren, rät Glässner. Im Namen der Abteilung richtet sie großen Dank an alle, „die uns während der Pandemie die Treue gehalten haben“.

Vroni Vogel

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