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Beeindruckende Erlebnisse bei minus 30 Grad hatte der Wörther Kameramann Michael Maylandt in Grönland. 

Vortrag über Grönland 

Eisbären, Polarlichter und ein neunjähriger Jäger

Wörth – Für beeindruckte Gesichter sorgte der in Wörth lebende Kameramann Michael Maylandt am Wochenende in der Bücherei. In einem Vortrag ermöglichte er rund 30 Kindern und deren Eltern einen Einblick in seine spektakuläre Dienstreise nach Grönland.

Maylandt ist es gewöhnt, Augenblicke mit seiner Kameraausrüstung einzufangen. Seit 13 Jahren arbeitet er für das Bayerische Fernsehen. Porträts, Aufnahmen für die Serie „Dahoam is dahoam“ und Naturdokumentationen, unter anderem in Afrika und Amerika, sind für den 48-Jährigen Berufsalltag.

Besonderen Eindruck hat bei ihm der Aufenthalt in Grönland hinterlassen. Sechs Wochen lang hat Maylandt bei Temperaturen von minus 30 Grad den Alltag des Volks der Inuit kennengelernt und gefilmt – Eisbären, Polarlichter und Mythen inklusive.

Einiges ist anders bei den Einwohnern Grönlands. Das war Maylandts jungen Zuhörern schnell klar, als er von dem jungen Dani erzählte, den der Kameramann begleitet hatte. Er lebt in einer von zwei Siedlungen, die rund 800 Kilometer voneinander entfernt an der rauen Ostküste Grönlands liegen. Seine Freizeit verbringt der Neunjährige nicht beim Fußballspiel mit Freunden. Ungeachtet eisiger Temperaturen von bis zu minus 40 Grad nimmt ihn sein Vater mit zur Jagd. Er muss lernen, Moschusochsen zu erlegen, Schlittenhunde zu kontrollieren und sich von den Eisbären fernzuhalten.

Mit drei Kollegen war Maylandt von Februar bis März 2015 in Grönland unterwegs. Kein optimales Urlaubsziel, wie er auf Nachfrage eines jungen Zuhörers erklärt. „Unserem Team war es beispielsweise nicht erlaubt, alleine rauszugehen, da Eisbären sehr gefährlich sein können. Uns hat immer ein Reiseführer mit seinem Gewehr begleitet“, erinnert er sich und ergänzt: „Es kommt natürlich darauf an, welche Art Urlaub ihr machen möchtet, allerdings würde ich euch empfehlen, nicht unbedingt an die Ostküste Grönlands zu fliegen“, beantwortete der Wörther die Frage mit einem Augenzwinkern.

Der Kameramann zog seine jungen Zuhörer in Bann: mit Ausschnitten der Fernsehdokumentation und spannenden Erzählungen von Pfotenabdrücken hinter den Wohnhütten oder faszinierenden Polarlichtern.

Beeindruckt hat er in einer separaten Veranstaltung zudem zahlreiche Erwachsene. Sein Fazit: „Das war eine ganz besondere Reise, weil wir unter extremen Bedingungen drehen mussten. Eine neue Herausforderung.“

Fernsehtipp:

Die Doku „Tiermythen – Jäger des Lichts“ wird im April von der ARD ausgestrahlt. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

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