Pfarrer Guy-Angelo Kangosa braucht dringend Verstärkung.

Pfarrverband Walpertskirchen

Zu wenig Mitarbeiter für die Seelsorge

  • schließen

Wörth – Bis an die Belastungsgrenze und darüber hinaus: Pfarrer Guy-Angelo Kangosa klagt über die personelle Ausstattung. Auch in anderen Gemeinden müssen die Seelsorger Lücken füllen.

Noch immer keine dritte Kraft für den Pfarrverband Walpertskirchen: Im Dezember 2012 wurde der Verband mit den Pfarreien Walpertskirchen, Wörth und Hörlkofen aus der Taufe gehoben. Zwölf Kirchen gilt es zu betreuen. Besonders groß war die Not im Mai. Pfarrer Dr. Guy-Angelo Kangosa fiel nach einem Schlaganfall aus. Mitte Juni trat Kangosa seinen Dienst wieder an. „Dank sei Gott für seine schützende Hand“, schreibt der Priester im aktuellen Pfarrbrief. Allerdings arbeiten er und Diakon Christian Pastötter weiter an der Belastungsgrenze.

Pastötter hatte im Mai und Juni viele Aufgaben übernommen, „weit mehr als seine Halbtagesstelle eigentlich zulässt“, dankte ihm der Walpertskirchener Pfarrverbandsrat Josef Maier im Pfarrbrief. Neben der reinen Seelsorge stehen die Sanierungen der Gotteshäuser in Wörth, St. Koloman, Kirchötting und des Wörther Kindergartens St. Peter sowie Gottesdienste und zusätzlichen liturgische Feiern auf der Agenda.

Für diese immense Fülle der Aufgaben stehen dem Pfarrverband eigentliche drei hauptamtliche Stellen zu, erläuterte Kangosa. Doch die Stelle des Gemeindereferenten oder Pastoralassistenten ist unbesetzt. „Die Planung ist so nicht umgesetzt worden“, stellte Kangosa fest. Man frage ständig beim Ordinariat nach. Erst kürzlich war der Pfarrer erneut vorstellig. „Wir werden immer nur vertröstet“, sagte der Geistliche.

Es sei sehr viel von den Ehrenamtlichen zu leisten, berichtete der Priester und sagte weiter: „Ich bin froh, dass wir so tüchtige Sekretärinnen haben.“ Für Kangosa ist die Lage inzwischen ein Kraftakt. „Wir fühlen uns im Stich gelassen.“ Man höre zwar: „Wir haben euch nicht vergessen“, doch bisher habe sich immer noch nichts getan. „Wir machen uns Sorgen“, betonte Wörths Kirchenpfleger Stephan Schletter mit Blick auf Kangosas angeschlagenen Gesundheitszustand. Man sei sehr froh, dass der Pfarrer trotz allem weiterhin die Stellung halte.

Von der Pressestelle des Ordinariats war zu erfahren, dass die Stelle ausgeschrieben worden sei und sich bisher niemand beworben habe. Deshalb soll erneut eine Ausschreibung gestartet werden.

Der Altenerdinger Pfarrer Dr. Jan-Christoph Vogler bestätigt die allgemein knappe Lage. Zum Glück seien die Leitungsstellen in den Pfarrverbänden des Dekanats Erding nun endlich alle besetzt, berichtet der stellvertretende Dekan. Die zwei Jahre lang vakante Pfarrstelle in Forstern füllt ab September Christoph Stürzer aus. Allerdings würden zum Beispiel im Klinikum Erding oder im Fischer’s Seniorenzentrum noch Priester fehlen. Auch gebe es im Dekanat die eine oder andere Kaplan- und Gemeindereferentenstelle, die unbesetzt ist.

Nur eine Urlaubsregelung

waren die reduzierten Gottesdienste im Pfarrverband Erding-Langengeisling. Ab 18. September werde es wieder wie gewohnt zwei Gottesdienste am Sonntagvormittag in der Stadtpfarrkirche geben, berichtete Pfarrsekretärin Caroline Schmidt auf Nachfrage.

von Vroni Vogel und Timo Aichele

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schurer rät seiner SPD: Sag niemals nie
Das vorzeitige Aus für die Jamaika-Koalition in Berlin hat auch die Politik in Erding in Ratlosigkeit gestürzt. Neuwahlen will ein Jahr vor der Landtagswahl kaum jemand. …
Schurer rät seiner SPD: Sag niemals nie
Denny aus Eicherloh
Zwei Männer, ein Mädel: Fürs Foto posiert ausnahmsweise nur ein Teil der Familie, als da sind Denny, der frischgebackene Nachwuchs, Schwesterchen Marie und Papa Toni …
Denny aus Eicherloh
Zum Ratschen in Bianca’s Treff
Isen hat einen neuen Treffpunkt zum Ratschen oder für eine Halbe zwischendurch: „Bianca’s Treff“ hat an der Ecke Am Gries/Münchner Straße.
Zum Ratschen in Bianca’s Treff
„Wir wollen keine tote Ortschaft sein“
Die Eichenrieder machten ihrem Ärger auf der Bürgerversammlung Luft. Und wieder war das Schulhaus das bestimmende Thema.
„Wir wollen keine tote Ortschaft sein“

Kommentare