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Weniger Wachstunden, immer mehr Müll

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Von: Veronika Macht

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Hütte der Wasserwacht Wörth am Wörther Weiher
Die Wasserwacht Wörth zieht eine durchwachsene Bilanz über den Sommer 2021. Die Einsatzstunden waren weniger als in manchen Jahren, doch es gibt immer mehr Müll rund um die Wachhütte zu entsorgen. © Vroni Macht

Die Wasserwacht Wörth zieht eine durchwachsene Bilanz über den Sommer 2021. Die Einsatzstunden waren weniger als in manchen Jahren, doch es gibt immer mehr Müll rund um die Wachhütte zu entsorgen.

Wörth – Frühsommerliche Temperaturen und viel Sonnenschein dürften in den nächsten Wochen die Gäste an die Badeweiher locken. Im Mai startet auch die Wasserwacht Wörth in die Wachsaison. Ortsgruppenleiter Florian Siegl hofft, dass dabei heuer wieder mehr Normalität einkehrt.

Nach dem ersten Pandemie-Sommer 2020 sei auch das vergangene Jahr noch ein „klassisches Corona-Jahr“ gewesen, immer noch mit diversen Einschränkungen, zieht Siegl im Gespräch mit unserer Zeitung Bilanz. Doch die Ehrenamtlichen der Wasserwacht Wörth waren freilich trotzdem am Wörther Weiher, um ein wachsames Auge auf die Badegäste zu haben.

Von zwölf Erste-Hilfe-Leistungen im Sommer 2021 berichtet der Ortsgruppenchef. Darunter falle alles, was mehr ist als Pflasterkleben: „Wenn zum Beispiel jemand stürzt und eine Kopfverletzung hat, dann bleibt er eine Zeit lang bei uns und wird beobachtet, oder wenn jemand eine Schnittwunde hat – immer dann, wenn man jemanden zum Arzt schickt“, erklärt Siegl, welche Einsätze dazu gehören.

Doch auch eine Lebensrettung hatten die Helfer zu absolvieren. Eine 79-Jährige war im August beim Schwimmen verunglückt. Sie konnte vor Ort reanimiert werden, verstarb jedoch an den Folgen des Badeunfalls wenig später in der Klinik.

Einen glücklicheren Ausgang habe indes ein Einsatz „Schwimmer in Not“ gefunden, und auch die Suche nach einem vermissten Kind sei gut ausgegangen. „Das ist dann immer ein größerer Einsatz, denn man muss immer vom Schlimmsten ausgehen. Das sind schon Schreckmomente, wenn die Eltern oder Großeltern in Panik zu uns kommen, weil sie ein Kind nicht mehr finden können“, berichtet Siegl.

Flaschen, Glasscherben und stapelweise Pizzakartons rund um die Wachhütte

Neben diesen Einsätzen ist auch der Naturschutz bei der Wasserrettern an der Tagesordnung. 15 Stunden habe man hiermit verbracht, „und das wird immer mehr“, bedauert der Ortsgruppenleiter. Flaschen, Glasscherben, teils stapelweise Pizzakartons – vor allem rund um die Wachhütte müssten die Ehrenamtlichen regelmäßig jede Menge Müll entsorgen: „Es schaut um den Weiher rum oft wild aus, das ist in Corona-Zeiten mehr geworden.“ Viele Menschen haben sich durch die Einschränkungen während die Pandemie draußen getroffen, „und dabei wird leider viel liegen gelassen, und auch die Mülleimer quellen über, obwohl sie regelmäßig geleert werden“.

Insgesamt sei 2021 ein ruhiges Jahr gewesen, was auch am durchwachsenen Wetter gelegen habe, meint Siegl. Die Wasserwacht Wörth habe acht Wachgruppen, die von Mai bis September im Dienst seien – an Wochenenden und Feiertagen ist die Wachstation von 12 bis 18 Uhr besetzt. Jede Gruppe komme pro Saison rund fünf mal an die Reihe, 2021 seien manche Helfer aber nur ein-, zweimal am Weiher gewesen, denn an vielen Wochenenden habe das Wetter nicht so mitgespielt. Hinzu komme noch der Dienst im Erdinger Freibad.

„Wichtig, dass das Vereinsleben wiederbelebt wird“

Insgesamt wurden 1750 Wachstunden abgeleistet, „das ist relativ wenig, wir hatten schon Jahre mit 3000/4000 Stunden, aber da waren auch die ganzen Veranstaltungen wie unser Sommerfest dabei“, sagt Siegl und verrät, dass das Fest heuer wieder geplant sei – wie auch die Weiher Feia der Erdinger Wasserwacht. „Wir wissen nicht, ob das Fest dann auch wirklich stattfindet, aber wir wollen es probieren, denn ich finde es total wichtig, dass das Vereinsleben wiederbelebt wird“, sagt Siegl.

Das treffe auch auf die Schwimmkurse zu, die erst kürzlich wieder angefangen hätten. „Es ist schlecht, wenn über so lange Zeit keine Schwimmausbildung stattfindet. Es können ohnehin immer weniger richtig schwimmen“, weiß der Ortsgruppenchef. Er hofft, dass die Wachsaison 2022 unfallfrei wird, aber auch „ein bisschen lockerer und dass sich alles wieder normalisiert“.

Wie lange die Ehrenamtlichen ihren Dienst noch in der alten Wachhütte tun werden, steht übrigens noch nicht fest. Wie berichtet, wird eine neue Wasserwachtstation gebaut, mit Wachbereich, Aufenthaltsraum, Küche, Dusche und WC sowie Sanitätsraum. Darauf freue sich die knapp 100 Mitglieder starke Wasserwacht, darunter rund 60 bis 70 Aktive, schon sehr, sagt Siegl, auch wenn der zeitliche Horizont noch ungewiss sei. Und auch für den Nachwuchs ist gesorgt: Eine neue Jugendgruppe für Kinder ab elf Jahren laufe sehr erfolgreich.

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vam

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