Normalerweise reisen die Storche in Sonnendorf Ende September ab. Dann gehört der Kirchturm den Raben. Heuer läuft das alles ein bisschen anders ab.
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Denkt wohl gar nicht daran, weiterzufliegen: Der neue Storch von Sonnendorf, der vielleicht einen ausbleibenden Winter ankündigt.

Seit sechs Wochen auf der Kirchturmspitze

Verlängerter Aufenthalt in Sonnendorf

Normalerweise reisen die Storche in Sonnendorf Ende September ab. Dann gehört der Kirchturm den Raben. Heuer läuft das alles ein bisschen anders ab.

Sonnendorf – Das Storchenjahr in Sonnendorf ist planmäßig am 22. September mit dem Abflug der beiden Altstörche zu Ende gegangen. Eigentlich. Eine Woche lang war das Nest verwaist, dann blickte wieder ein Storch vom Kirchturm herunter. 

Das ist zur besten Storchen-Reisezeit nicht weiter ungewöhnlich. Immer wieder sieht man Ende September Störche, die eine Pause machen auf ihrem Flug in wärmere Gefilde. Auch im letzten Jahr diente der Sonnendorfer Horst einem durchreisenden Storch für einige Tage als Rastplatz. Nur kann inzwischen von ein paar Tagen nicht mehr die Rede sein – seit sechs Wochen ist der Storch inzwischen da und er scheint sich mehr als wohl zu fühlen. 

Ob es sich bei diesem Exemplar um einen der Sonnendorfer Brutstörche handelt, lässt sich nicht feststellen, da die Störche nicht beringt sind. Ob er tatsächlich den Winter über bleibt und damit – so wissen es die Alten im Dorf – ankündigt, dass es gar keinen Winter geben wird, bleibt abzuwarten. Die Sonnendorfer jedenfalls freut dieser unerwartete Gast. 

Weniger angetan sind die Dohlen, die im Sommer im Kirchturm brüten. Im Winter beanspruchen die Rabenvögel mit den stahlblauen Augen das große Nest üblicherweise für sich. Nachdem aber der Storch keine Mitbewohner duldet, fliegen sie immer wieder in Gruppen ärgerlich um Kirchturm und Nest herum, in der Hoffnung, den großen Verwandten doch noch zu vertreiben.

Clarissa Höschel

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