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Das Maibaumaufstellen in Wörth fiel heuer wie überall der Corona-Krise zum Opfer. Unser Bild stammt aus dem Jahr 2015.

Mehrheit des Gemeinderats stimmt zu

Wörther Maibaumfreunde wollen im Sommer nachfeiern

Die Maibaumfreunde Wörth wollen die wegen der Corona-Krise abgesagten drei Musikveranstaltungen im Sommer nachholen. Der Gemeinderat stimmt nach Diskussionen zu.

WörthFreiluftveranstaltungen der Maibaumfreunde Wörth mit maximal 110 Personen im Sommer: Das war für die Wörther Gemeinderäte in der Sitzung am Montagabend kein Problem und wurde einstimmig genehmigt.

Die Frage, ob bei schlechtem Wetter in die große Turnhalle der Schule ausgewichen werden könne, wurde jedoch kontrovers diskutiert. Letztlich bekam der Verein dafür ebenfalls grünes Licht, allerdings bei fünf Gegenstimmen.

„Nachdem nun ab 15. Juni wieder kulturelle Veranstaltungen bis 100 Personen im Freien unter Einhaltung diverser Hygienevorschriften und der Abstandsregelung möglich werden, stellt sich für uns die Frage, ob wir in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt die drei Veranstaltungen im Freien im Juli/August durchführen können“, erläuterte Stefan Schimmer, ÜPWG-Gemeinderat und Vorstandsmitglied der Maibaumfreunde Wörth. Der Verein wolle damit auch den Künstlern helfen.

Schimmer stieß grundsätzlich offene Türen auf. Die Nutzung des Hartplatzes oder des Bauhof-Geländes wurden als gute Möglichkeiten gesehen, um die bereits für das Maibaumstüberl genehmigten und ausverkauften Veranstaltungen mit Roland Hefter (zwei Tage) und Julian Wittmann bald nachzuholen.

Bernhard Zimmermann (ÜPWG) wies lediglich darauf hin, dass die Arbeit des Bauhofs nicht behindert werden dürfe, wenn man sich für dieses Freigelände entscheide.

Die Kulturfeste notfalls im Innenraum abzuhalten, polarisierte hingegen im Gemeinderat. Große Bedenken zur Turnhallennutzung bei schlechtem Wetter äußerten Vize-Bürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD) und Petra Schletter (Grüne). Dieckmann meinte, die Schulturnhalle sei „ein sensibler Raum“ und bis auf die Jugendmusicals für Großveranstaltungen bisher tabu gewesen. Wenn man das jetzt genehmige, schaffe man einen Präzedenzfall für ähnliche Anträge. Dieckmann verwies zudem auf die umfangreichen Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen.

Schletter hielt den Hartplatz für ideal, aber 110 Leute in der Turnhalle bei einer Veranstaltung mit Gesang, damit hatte die Grünen-Rätin „echt große Probleme“.

Wolfgang Behn (SPD) meinte, dass es für die Hallennutzung viele coronabedingte Einschränkungen geben würde, sodass dieser Ort grundsätzlich zur „Spaßbremse“ würde. Eine Veranstaltung im Freien dagegen sei „absolut kein Problem“.

Thomas Altmann (SPD/parteifrei) zollte seinen Respekt, dass die Maibaumfreunde die Veranstaltungen durchführen wollen. Nachdem es sich jedoch um eine reine Turnhalle und keine Mehrzweckhalle handle, sei beispielsweise die Versorgung mit Getränken an sich schon ein Problem, gab Altmann zu bedenken. Johannes Sachteleben (Grüne) regte an, über Pavillon-Lösungen im Freien nachzudenken, wie man das von anderen Veranstaltungen kenne, um einen gewissen Regenschutz zu gewährleisten.

Das hielt Schimmer mit Blick auf die Örtlichkeiten für nicht praktikabel. „Wir wünschen uns doch alle, dass wieder Normalität einkehrt. Die Maibaumfreunde brauchen eine Planungssicherheit“, betonte Anton Erl (CSU) und plädierte dafür, die Hallennutzung zu ermöglichen, natürlich sofern es die Auflagen zuließen. Dieser Meinung schloss sich die Mehrzahl der Räte an.

Um die Halle für über 100 Menschen zu öffnen, müssten sich jedoch erst noch die aktuellen Bestimmungen ändern, weil bisher nur 50 Personen zugelassen sind. Ohne weitere Lockerungen kommt die Schulturnhalle als Veranstaltungsort nicht in Frage. (Vroni Vogel)

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