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Wieder mit einem Rettungsring gefüllt ist diese Aufbewahrungsbox am Wörther Weiher, wie Wasserwacht-Chef Florian Siegl zeigt. 

Wörther Weiher 

Geklauter Rettungsring ist eine „Frechheit“

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Sie ist weder viel wert noch besonders dekorativ, kann im Notfall aber Leben retten: die Beute Unbekannter am Wörther Weiher. Sie haben einen Rettungsring gestohlen. Für Wasserwacht-Chef Florian Siegl ein absolutes Unding.

Wörth– „Ob der jetzt als Deko in irgendeinem Jugendzimmer hängt?“ Florian Siegl kann sich nicht so recht vorstellen, dass jemand den orangefarbenen Styropor-Ring wirklich mitgenommen hat, um damit seine Wände zu verschönern. Vielleicht war es eine Mutprobe? Oder Jugendliche, die am Weiher gefeiert haben? Der Chef der Wasserwacht Wörth kann nur spekulieren, wer und welche Motive hinter dem Diebstahl des Rettungsrings stecken.

Die Beute hing bislang in einer Box an der südöstlichen Ecke des Weihers, nahe der Zufahrtsstraße zum Gelände, neben einer Ruhebank. Der Zugang zum Weiher dort wird liebevoll „Seniorensteg“ genannt, weil sich hier besonders gerne die ältere Generation niederlässt. „Es wäre fatal, wenn da was passiert. Und ich finde es eine Frechheit, dass jemand ein Rettungsmittel klaut, das Leben retten könnte“, macht der 42-jährige Wiflinger seinem Ärger Luft. Der Ring sei weder wahnsinnig hochwertig noch viel wert. Ein neueres Modell aus Kunststoff zum Beispiel gibt’s schon für gut 30 Euro im Internet.

Und genau so ein Ring hängt inzwischen in der Box. Ein kurzer Anruf in der Gemeinde habe dafür genügt, berichtet Siegl. Das gute Stück wiegt 2,5 Kilo, hat einen Außendurchmesser von 73 Zentimetern, besitzt reflektierende Folienstreifen, trägt die Beschriftung „Wasserwacht Wörth“ und besteht aus Polyethylen. Die beiden anderen Rettungsringe – einer hängt direkt an der Wachhütte, ein weiterer an der Liegewiese – sind noch die alten Modelle aus Styropor.

Die Aufbewahrungsboxen sind unverschlossen und somit für alle Badegäste zugänglich – nicht nur für die Wasserretter, schließlich sind die nicht rund um die Uhr vor Ort. Eine Anleitung auf dem Deckel der Kästen erklärt, wie man die Rettungsringe richtig einsetzt. Auch im Winter sind sie verfügbar, „denn man kann sie auch für die Rettung auf Eis benutzen. Das funktioniert wirklich super, das haben wir schon ein paar Mal ausprobiert“, berichtet Siegl.

Noch bis 10. September schieben die Wasserwachtler am Wörther Weiher übrigens ihren Wachdienst. Die Saison erstreckt sich immer von Mai bis September. Rund acht Wachgruppen mit jeweils acht Leuten sind in dieser Zeit an Wochenenden und Feiertagen von 12 bis 18 Uhr im Einsatz. „60 bis 70 Aktive braucht man schon, um die Gruppen zu bestücken, denn es hat ja nicht jeder jedes Wochenende Dienst, sondern im Jahr vielleicht vier, fünf Mal“, erklärt Siegl, dessen Ortsgruppe insgesamt rund 100 Mitglieder zählt. Sie schätzten vor allem die Kameradschaft und die Gemeinschaft bei der Wasserwacht.

Zum Abschluss der Saison wird auch heuer wieder ein Beachgottesdienst gefeiert, „danach ist eigentlich Schluss. Die letzten Wochenenden im September ist schon fast nichts mehr los, bis auf einige hart gesottene Stamm-Badegäste“, erzählt der Ortsgruppenleiter. Ist die Saison zu Ende, wird auch wieder Bilanz gezogen. Schon jetzt kann Siegl sagen, dass diese für heuer bisher sehr positiv ausfällt. „Es ist zum Glück nichts Schlimmeres passiert, wo wir den Rettungsdienst gebraucht hätten“, berichtet er. 20 bis 25 Erste-Hilfe-Einstätze habe es hingegen schon gegeben – eine völlig normale Menge in Anbetracht der Zahl der Badegäste: „An einem schönen Tag sind schon mal 1000 Leute hier. Da ist die Liegewiese voll, da ist Action.“

Vom Wespenstich – der bei Allergien besonders gefährlich werden kann – bis zum aufgeschürften Knie, wenn auf der Zufahrtsstraße ein Inlineskater stürzt: Die kleineren und größeren Wehwehchen der Gäste sind vielfältig. „Oft reicht es da schon, wenn wir mit Pflaster, Verband oder Kühlpack helfen“, sagt Siegl.

Seine Truppe hat über den Winter Pause. Im Frühjahr folgt der große Arbeitseinsatz, bei dem auch die Kästen der Rettungsreifen wieder sauber gemacht. Denn darin sammelt sich während des Jahres so einiges an – von Spinnweben bis Laub.

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