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Thomas Gneißl (ÜPWG): Der 50-Jährige ist seit 2014 Bürgermeister von Wörth.

Serie: Halbzeit bei den Kommunalwahlen 

Eine Amtszeit ist nicht genug

2014 waren Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz. Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen. Diesmal: Thomas Gneißl (50), Bürgermeister von Wörth.

Rückblick auf Ihr Wahlprogramm: Was wurde bereits umgesetzt?

Thomas Gneißl:Im guten Zusammenspiel von Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung haben wir zu vielen Themen die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Dazu gehören Gespräche und Untersuchungen zur Baulandausweisung, der Start des flächendeckenden Breitbandausbaus sowie die Realisierung der Erdgasversorgung. Wir haben Ideen aus der Jugendkonferenz aufgegriffen und setzen mit dem Bau einer Skateranlage ein erstes Thema um. Wichtig waren uns schon vor der Wahl Bürgernähe, offener Dialog und zeitnahe Information. Da sind wir gut auf Kurs.

Was wurde noch nicht umgesetzt – und warum?

Gneißl:Bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen für Firmen aus unserer Region wäre ich gerne schon weiter vorangekommen ebenso beim gemeindlichen Geschosswohnungsbau im neuen Baugebiet in Wörth. Das Gewerbeentwicklungskonzept hat Potenzialflächen aufgezeigt. Doch die Umsetzung braucht seine Zeit. Das gilt auch für den Geschosswohnungsbau mit umfangreichen Recherchen zum Vergabeprocedere und zu den Fördermöglichkeiten. Um den Mittelschulstandort zu stärken, haben wir zum Thema 9+2 Vorbereitungsklassen unseren Hut in den Ring geworfen und hätten sehr gerne den Zuschlag bekommen. Die Standortsicherung beschäftigt uns weiterhin intensiv. Wir sehen uns nach attraktiven Zusatzangeboten um.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gemeinderat?

Gneißl:Wir pflegen ein sehr offenes, vertrauensvolles und kollegiales Verhältnis, ich erfahre Zuspruch und Wertschätzung. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Der Gemeinderat arbeitet ausschließlich sachorientiert - eine perfekte Basis, um für die Gemeinde gute Arbeit zu leisten.

Was war in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeister Ihr schönstes Erlebnis?

Gneißl:Ein spezielles Schlüsselerlebnis gibt es nicht. Es ist das Bewusstsein und die Rückmeldung aus der Bürgerschaft, dass man mit offenem Umgang, glaubhaftem und verbindlichem Auftreten gut ankommt und als Bürgermeister akzeptiert ist. Ganz besondere Momente sind Geburtstagsbesuche bei den Senioren, Ehrungen bei der Bürgerversammlung und beim Neujahrsempfang.

Welches Erlebnis war besonders ernüchternd?

Gneißl:Ernüchternd ist, dass man als Kommune zahlreichen Beschränkungen und Regularien gegenübersteht, was die Umsetzung teils zäh und zeitintensiv macht. Das dämpft manchmal die Anfangseuphorie. Neu erfahren musste ich als Bürgermeister, dass man selbst bei Entscheidungen, die man mit absoluter Überzeugung trifft und für alternativlos hält, auf Widerstand stoßen kann. Man muss also damit umgehen können, dass man es in den seltensten Fällen jedem recht machen kann.

Gibt es etwas, das Sie in den nächsten drei Jahren anders machen wollen?

Gneißl:Nein, ganz einfach, weil ich davon überzeugt bin, dass der bisherige Weg der richtige ist. Nach meinen Erfahrungen lassen sich Herausforderungen mit hochgeklapptem Visier, Offenheit und Transparenz am besten meistern. Ich habe bisher immer versucht, mein Amt mit Herzblut und Überzeugung auszuführen. Ich glaube, das merken die meisten Bürgerinnen und Bürger in unserer Gemeinde. Genauso möchte ich das auch in den kommenden drei Jahren tun.

Vorausschau auf 2020: Machen Sie‘s noch einmal?

Gneißl: Ich habe mich 2014 für eine neue berufliche Herausforderung in der Kommunalpolitik entschieden. Diesen Weg möchte ich sehr gerne auch nach 2020 weiter gehen. Mit den Bahnausbauprojekten und dem viel diskutierten Hochwasserschutz stehen weitreichende und zukunftsprägende Themen an. Dazu gibt es in den nächsten Jahren viel zu besprechen, zu verhandeln und zu tun, um verträgliche Lösungen zu bekommen. Unsere Gemeinde ist gut aufgestellt und gerüstet für eine gute Entwicklung. Für diese positive Zukunft möchte ich gerne weiterhin meinen Beitrag leisten.

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