Im Würgegriff der Marzlinger Spange

Flughafen - Im Osten nichts neues – diese Botschaft des neuen Verkehrsministers Martin Zeil hat die Erdinger Kommunalpolitiker erzürnt.

Flughafen – Max Gotz will umgehend einen Termin im Wirtschaftsministerium. Der Erdinger Bürgermeister wird dort mögliche Tunnellösungen und Varianten des Kreuzungsbahnhofs vorstellen – eben Details der Ringschluss-Planung, die er vom Gutachters Intraplan erwartet hatte, der am Dienstag gemeinsam mit dem bayerischen Verkehrsministerium die Ergebnisse vorgestellt hat (wir berichteten).

Minister Martin Zeils Aussage, dass der Erdinger Ringschluss höchste Priorität habe, war Gotz zu wenig. Seit 20 Jahren komme der Osten des Flughafens bei der Anbindung zu kurz, „im Westen dagegen wird nahezu alles gemacht“, sagte der Erdinger Stadtchef. Also hilft er den Verkehrsplanern auf die Sprünge. Sein Plan: Die Entscheidungsträger sollten spüren, dass Erding den Ringschluss will und selbst mitanpacken will.

Was die Semptstädter zusätzlich antreiben wird, ist die laut Gotz „beängstigende Intensität, mit der die Marzlinger Spange betrieben wird“. Mit den Autobahnen A 92 und A 94 sowie der Flughafentangente habe der Kreis Erding schon genügend Natureingriffe zu verkraften, sagte Gotz, der freilich auch eine weitere Gefahr sieht. Die Marzlinger Spange würde das Aus der Neufahrner Kurve bedeuten, die Gotz als „essenziellen Teil des Ringschlusses bezeichnet.“

Auch Oberdings Bürgermeister Helmut Lackner zeigte sich massiv enttäuscht und lederte los: „Man sucht doch wieder nur Gründe, um den Ringschluss zu verzögern.“ Die bayerische Staatsregierung und der Bund würden nur auf Zeit spielen, „weil eben noch nichts finanziert ist. Dabei müsste man gerade jetzt bei der Flughafen-Schienanbindung aktiv werden“, sagte der Oberdinger Gemeindechef und spielte auf die Konjunkturflaute an, die verstärkte Investitionen der öffentlichen Hand erforderten. „Den Teil von der Neufahrner Kurve bis zu uns nach Schwaig könnte man schon in Angriff nehmen“, sagte Lackner.

Stattdessen tauche plötzlich wieder die Marzlinger Spange auf, die für Lackner allein schon aus naturschutzrechtlichen Gründen untragbar sei. „Schauen Sie sich mal die Gegend an, in welcher Form hier Fauna und Flora durchschnitten wird.“

Lackner vermutet „starke Oberpfälzer und niederbayerische Lobby-Einflüsse“, die nun die für ihn dringend nötigen Maßnahmen auf Eis legten, nämlich noch im Herbst das Planfeststellungsverfahren für die raumgeordnete Trasse des Ringschlusses zu beantragen. Stattdessen sei nun nicht der geringste Zeitplan erkennbar. Gerade seine Bürger in Schwaig, die schon unter dem leiden, müsse er nun erklären, dass sie auch weiterhin den Krach des Straßenverkehrs ertragen müssen, „obwohl da wirklich etwas zu machen wäre“, sagte Lackner. Der Gemeindechef will sich mit seinen Kollegen aus dem Flughafenumland umgehend beraten. (pir)

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