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Ein Wunschplatz für den Sendemast

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Aufs freie Feld zwischen Buch und Mitterbuch soll der Sendemast nach den Wünschen der Gemeinde kommen. Foto: fkn
Aufs freie Feld zwischen Buch und Mitterbuch soll der Sendemast nach den Wünschen der Gemeinde kommen. Foto: fkn

Buch am Buchrain - Die Suche nach einem Standort für einen Handymast in Buch am Buchrain geht weiter. Erneut war die Mobilfunkversorgung ein großes Thema bei der Sitzung des Bucher Gemeinderates am Dienstagabend.

In der Sitzung im April hatte ein Vertreter des Mobilfunkanbieters Vodafone erläutert, dass der Wasserturm in Oberbuch für sie doch in Frage kommen würde (wir berichteten). Wegen der Höhe des Hochbehälters (circa 20 Meter) würde dort dann nur ein fünf-Meter hoher, genehmigungsfreier Mast aufgestellt werden. Die Anwohner in Oberbuch sind davon allerdings wenig begeistert und schickten der Gemeinde Buch zwei Schreiben.

Bürgermeister Ferdinand Geisberger sprach am Dienstagabend von einer zugesendeten Unterschriftenliste, in der die Bewohner unterzeichneten, dass sie aus Angst vor gesundheitlichen Auswirkungen keinen Mobilfunkmast am Wasserturm möchten.

Außerdem las der Gemeindechef die Fragen einer Familie aus Oberbuch vor und beantwortete diese anschließend. Es wurde unter anderem gefragt, weshalb ein Mast aufgestellt werden soll, da ja zum 28. April die DSL-Ausbau-Arbeiten der Telekom erfolgreich abgeschlossen wurden. „Telekom und Vodafone sind ja zwei ganz verschiedene Anbieter“, sagte Geisberger, „und wir können unsere Bürger ja auch nicht dazu zwingen, nur noch die Telekom zu nutzen. Das wäre ja, wie wenn wir vorschreiben würden, nur BMW zu kaufen.“

Zur Frage „Prüfung der Grenzwerte des Mobilfunkmastes“ vertrat auch Gemeinderat Wolfgang Hipper ausführlich seine Meinung. „Ich finde, man sollte den Leuten endlich mal ihre Ängste nehmen. Es gibt tausend Untersuchungen, die belegen, dass bei Einhaltung der Grenzwerte keine gesundheitlichen Gefahren auftreten können. Wenn das so schlimm wäre, wie immer befürchtet wird, dürfte in Deutschland kein einziger Mast stehen.“ Hipper schlug vor, dass man nach einer Inbetriebnahme eines Handymastes die Grenzwerte auch veröffentlichen könnte. Geisberger bestätigte seine Aussage, dass die Grenzwerte sogar weit unterschritten werden sollen.

Robert Ulzhöfer widersprach Hipper allerdings bei der „Sicherheit und Wahrheit“ der Untersuchungen und Studien. „Bei den Atomkraftwerken beispielsweise sind wir doch auch immer mit den Grenzwerten beruhigt worden“, meinte er. „Im Nachhinein hat es sich jetzt auch als anders herausgestellt.“

Danach wurde von Martin Ostermeier ein neuer Standort vorgeschlagen: ein Feld, das den Hauptort und Mitterbuch voneinander trennt. Dieses Feld sei laut Geisberger auf der selben Höhe wie die Anwesen der drei Mitterbucher, bei denen Vodafone eigentlich anfangs einen Mobilfunkmast aufstellen wollte. „Es wäre auch eine Richtfunkverbindung nach Markt Schwaben vorhanden, und es wäre nicht direkt am Ort, aber trotzdem näher“, begründete Ostermeier seinen Vorschlag. Auch Bürgermeister Ferdinand Geisberger zeigte sich damit zufrieden.

Hans-Peter Schäfer dagegen konnte sich mit dem neuen Vorschlag nicht anfreunden: „Unabhängig davon, dass ich das Thema Mobilfunk sowieso kritisch sehe, finde ich diesen Standort nicht gut. Auf diesem Feld steht so ein schöner Baum und nun soll dort noch so ein verfluchter Mast hin.“ Wolfgang Hipper fand, man solle auf alle Fälle mit Vodafone über den Vorschlag sprechen. Auch Josef Auer stimmte zu: „Der Standort ist es wert, dass er von Vodafone geprüft wird. Ich bin auch dafür, dass diese Standortdebatte endlich abgeschlossen wird.“

Auch in Hinblick auf den Brief der Familie aus Oberbuch betonte Geisberger nochmals: „Es ist noch nicht beschlossen, dass ein Mast aufgestellt wird. Wir sind noch immer in Verhandlung.“ Die Bürgerbefragung, bei der sich 74,35 Prozent für den Mobilfunk entschieden, sei für ihn eine Richtschnur. Auch der ortsansässige Arzt, der seinen Bereitschafts- und Wochenenddienst verbessern möchte, sei für die Gemeinde ein Grund, sich für einen Handymast einzusetzen.

Mit zwei Gegenstimmen entschied sich der Gemeinderat, den neu vorgeschlagenen Standort in der Nähe des Hauptortes von Vodafone prüfen zu lassen. Erst danach werde man sich entscheiden. mot

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