Immer wieder Gäste auf der Bühne: Hier verstärkt Schlagzeuger Felix das Set. foto: beet

DeSchoWieda in Erding

YouTube-Stars in Lederhosen

Erding - Herbstfest schon im Frühling? Da ließen sich die Fans des Erdinger Volksmusik-Trios DeSchoWieda nicht lange betteln. Im Nu war die Stadthalle ausverkauft.

800 Madln und Buam schmissen sich am Samstagabend in Tracht, um eine bayerische Party zu feiern. Statt einer Maß gab’s Tegernseer Hell in der 0,33-Flasche und für die Damen Hugo im Plastikbecher.

Einen authentischen Start legte die Tegernseer Tanzlmusi hin. Die unverfälschten Volkslieder der sieben Musiker in echter bayerischer Tracht kamen bei dem vorwiegend jungen Publikum gut an. Die Stimmung war schon bestens, als DeSchoWieda eine Stunde später auf die Bühne kamen. Maximilian Kronseder sowie Tobias und Johannes Loechle sind in der lokalen Musikszene bekannt. In dieser Formation gibt es die drei sympathischen Männer allerdings erst seit knapp einem Jahr. Seitdem jagt ein Erfolg den nächsten: zwei Millionen Klicks auf Youtube für ihre Cover-Version „Nimma“ nach „Timber“ von Pitbull, TV-Auftritte in der BR-Abendschau und in Sat 1. Seit Wochen sind sie zudem Antenne-Bayern-Hitkapelle.

Für Abwechslung bei ihren Ohrwürmern sorgten die drei mit ihren Instrumenten. Kronseder spielte Gitarre und Mundharmonika, Tobias Loechle, vorwiegend an der Ziehharmonika, zupfte abwechselnd auch Ukulele und Kontrabass. Johannes Loechle blies in Tuba und Trompete, zeigte sein Talent aber auch an der Geige und einer Bierflasche als Percussion-Werkzeug. Ans Schlagzeug hatten sie sich einen vermeintlichen Gast aus dem Publikum geholt: „Felix“ kam aber bereits mit einem Mikro hinter dem Ohr auf die Bühne. Der Schlagzeuger mit trendigem Vollbart und fesch in Lederhosn und Weste gekleidet, machte seine Sache gut, vor allem mit seinem Kochlöffel-Solo heizte er dem Publikum ein. Weitere Special-Guests waren Janine Hecht, bekannt von „The Voice of Germany“, und Sebastian Kronseder, Bruder von Sänger Max.

Ihre erste CD „Heid moi ned an moing denga“ brachten die Drei 2014 heraus. Immerhin zwei Stunden des Abends füllten sie mit eigenen Liedern und Cover-Songs. Einer davon - „Zirkus Halligalli“ - entführte in eine andere Welt, gespickt mit Klängen der Zigeunermusik. Schön wäre es, davon mehr auf dem zweiten Album, das für Sommer geplant ist, zu hören.

Die Party in der Stadthalle, die noch mit einem DJ und da Rocka und da Waitla weiterging, zeigte, dass DeSchoWieda mit ihrer Musik und ihren Auftritten genau den Puls der Zeit erkannt haben: lustig-lockere Liadl mit frechen Botschaften, interpretiert von drei heimatverbundenen und zugleich weltoffenen Musikern, und das alles dahoam.

and

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Einbrecher in der Realschule
Unbekannte Täter sind am Samstag zwischen 17 und 19 Uhr in die Herzog-Tassilo-Realschule in Erding eingebrochen.
Einbrecher in der Realschule
Geburt des Wunschkinds dauert zehn Jahre
Es war ein langes und schwieriges Unterfangen, doch jetzt hat Dorfen seinen Bau- und Gartenmarkt. Im Gewerbegebiet Dorfen-Südwest direkt an der A 94 hat die Jos. …
Geburt des Wunschkinds dauert zehn Jahre
„Wir wollen Ermöglicher sein“
Mit dem JoA-Projekt bringt die Brücke Erding Jugendliche in Ausbildung, für die der Übergang von der Schule ins Berufsleben besonders schwer ist. Licht in die Herzen …
„Wir wollen Ermöglicher sein“
Erhellendes zu „Stille Nacht“
In einem packenden Vortrag mit einer Bildershow erhellte Kreisvolksmusikpfleger Reinhard Loechle am Sonntagnachmittag die Historie des weltbekannten Liedes im voll …
Erhellendes zu „Stille Nacht“

Kommentare