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Leere Regale: Tankstellen-Pächter Franz Huber vor der Zigarettenauslage. Über 20 000 Päckchen sind weg. Der Wert der Beute beträgt über 10 000 Euro.

Zerstörungswütige Einbrecher machen fette Beute

Unterstrogn/Erding - Zwei schwere Einbrüche verfolgt die Kripo Erding seit der Nacht auf Dienstag. Vermutlich waren es die selben Täter, die erst das BayWa-Lagerhaus in Unterstrogn und dann eine Tankstelle in Erding heimsuchten.

Es müssen Profis gewesen sein, die die beiden Objekte aufgebrochen haben. Die Polizei geht von drei Tätern aus, die mit einem Auto unterwegs waren. Das hat eine erste Auswertung der Videoüberwachung der Shell-Tankstelle an der Münchener Straße in Erding von Franz Huber ergeben.

Kaputter Tresor: An diesem Würfel bissen sich die Täter die Zähne aus.

Doch zunächst trieb das Trio im BayWa-Lagerhaus in Unterstrogn sein Unwesen. Zwischen 21.15 Uhr und Mitternacht drang es über ein Fenster in das abgelegene Lagerhaus auf Bockhorner Flur ein. Im Inneren versuchten sie, einen Tresor aufzuflexen. Trotz professionellen Schneidbrenners hielt der gepanzerte Stahl dem Angriff stand. Die Täter wirbelten allerdings so viel Staub auf, dass die Brandmeldeanlage anschlug. Wenig später trafen die Feuerwehren Bockhorn und Grünbach am Tatort ein. Die Unbekannten waren zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Toilettenfenster in der Dunkelheit verschwunden. Sie hinterließen einen Gebäude- und Sachschaden in Höhe von rund 4000 Euro.

Erst vor wenigen Monaten war es zu einer ähnlichen Tat gekommen, bei der auch der Brandmelder anschlug. Die Kripo sieht zwischen beiden Verbrechen aber keinen Zusammenhang.

Von Unterstrogn müssen die Täter nach Erding weitergefahren sein. Gegen 1.40 Uhr brachen sie die Shell-Tankstelle auf. Auch hier machten sie sich am Tresor zu schaffen – erneut ohne Erfolg. Dafür wurden sie im Shop fündig. Laut Kripo wurden Zigaretten im Wert von mindestens 10 000 Euro gestohlen. „Ich gehe davon aus, dass es weit über 2000 Päckchen waren“, berichtet Huber, der in der Früh von einer Angestellten an den Tatort gerufen wurde. „Das ganze Regal haben sie leergeräumt“, ärgert er sich. Er glaubt: „Die Einbrecher werden den Tabak weiterverkaufen, um so doch noch an Bares zu kommen.“

Damit nicht genug: „Alles war verdreckt, der ganze Verkaufsraum war voller Staub.“ Zudem hätten die Täter Getränke auf dem Boden verschüttet. Der Tresor lag halb aufgeflext im völlig verwüsteten Büro. Die Kripo hat einen ersten Sachschaden errechnet – er beläuft sich auf mindestens 5000 Euro. „Zum Glück bin ich versichert“, sagt Huber, der gleich am Morgen seine Tankstelle mit rot-weißem Flatterband absperrte. „Wegen Einbruchs geschlossen“ steht auf einem Schild an der Schiebetür. Huber muss auch noch einen ganzen Tag ohne Umsatz verkraften. „Am Mittwoch müssten wir soweit sein, dass wir wieder öffnen können“, berichtet der Pächter.

Beute- und Sachschaden betragen insgesamt 20.000 Euro.

Die Polizei fahndet derweil nach dem Trio. Den Videobändern nach zu urteilen waren die Männer vermummt. Sie müssten schon wegen des Umfangs der Beute mit einem Auto vorgefahren sein.

Zeugen melden sich bei der Kripo Erding unter Tel. (0 81 22) 96 80.

Hans Moritz

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