Albert Zimmerer bezichtigt den Landrat der Gefälligkeitsplanung.

Zimmerer wittert Vetternwirtschaft

Isen - Die Außenbereichssatzung für den Ortsteil Loipfing hat im Isener Gemeinderat für viel Wirbel gesorgt. Albert Zimmerer (SPD) warf Landrat Martin Bayerstorfer Befangenheit vor.

Um Anita und Matthias Schwimmer zu ermöglichen, auf einem Teilbereich ihres Grundstücks am westlichen Rand von Loipfing zu bauen, will der Marktgemeinderat eine so genannte Lückenfüllungssatzung erlassen. Diese schafft die Voraussetzung, dass im Außenbereich, in dem ansonsten nur privilegierte Bauvorhaben möglich sind, neben der privaten Wohnbebauung auch Vorhaben, „die kleineren Handwerks- und Gewerbegebieten dienen“, entstehen können.

Doch die betroffenen Anwohner, Birgit und Jürgen Kraft, vermuten, dass das gemeindliche Wohlwollen gegenüber dem Bauvorhaben der Schwimmers einen anderen Grund haben könnte. Denn Matthias Schwimmer ist der Sohn des BBV-Kreisobmanns Hans Schwimmer und dieser der Cousin des CSU-Landtagsabgeordneten Jakob Schwimmer. Die Einwände gegen die Satzung, die SPD-Gemeinderat Albert Zimmerer (SPD) im Namen des Ehepaars Kraft vortrug, gipfelten im Verdacht der Gefälligkeitsplanung. „Eine mögliche Befangenheit von Landrat Martin Bayerstorfer steht damit im Raum“, sagte Zimmerer.

Was für Bürgermeister Siegfried Fischer (FW) und die überwiegende Mehrheit des Marktgemeinderats „grober Unsinn“ ist, stellt sich für das Ehepaar Kraft anders dar. „Für mich ist es ein absolutes Unding, dass im Außenbereich, noch dazu ohne Kanalanschluss, neues Gewerbe gebaut werden darf, obwohl die Gemeinde über geeignete Grundstücke verfügt“, so Jürgen Kraft. „Ich weiß nicht, was hier gespielt wird“, so der Loipfinger. Doch Kraft befürchtet mit dem neuen Nachbarn nicht nur „einen Autoklopper“ – Matthias Schwimmer ist Automechaniker – vor die Nase gesetzt zu bekommen, der zudem mit seinen geparkten Reparaturautos „den ganzen Fleck verschandelt“. Ein mindestens ebenso gewichtiges Argument ist für ihn auch der drohende Wertverlust seines Anwesens.

In der Außenbereichssatzung sieht er zudem „kein Füllen von Lücken, sondern einen klaren Erweiterungstatbestand“. Auch böte der enge Umgriff – etwa 400 Quadratmeter spitzwinklig zulaufende Grundstücksfläche – der Familie Schwimmer keine echte Baumöglichkeit; vielmehr werde bereits in der Planungsphase mit einer möglichen Überschreitung der Grenzlinien spekuliert.

Empört ist Kraft auch, dass die Gemeinde seine Anfragen auf Umbauten am eigenen Anwesen bisher immer mit dem Hinweis auf den Außenbereich abblockte. „Wegen der drohenden Wertminderung meines Hauses bin ich gezwungen, gegen die Satzung vorzugehen“, sagt Kraft, der deswegen auch erwägt, Schadensersatzansprüche an die Gemeinde geltend zu machen. Vorsorglich hat er bereits „einen absoluten Spezialisten von außerhalb eingeschaltet“. Schließlich wisse man ja nicht, wie die Verbindungen im Landkreis liefen. (ahu)

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