Chef klagt gegen Kommune

Zirkus darf nicht gastieren: Prozess

München - Keine großen Chancen hat das Verwaltungsgericht  einem Zirkus-Chef für seine Klage gegen die Stadt Erding eingeräumt, die ihm die Zulassung für ein Gastspiel versagt hatte.

In Erding dürfen in Zukunft keine Zirkusse mehr auf dem Volksfestplatz gastieren, die Großwildtiere zur Schau stellen. Die Stadt hatte sich nach dem letzten Besuch eines solchen dagegen ausgesprochen. Daraufhin klagte der Zirkus Luna aus Baden-Württemberg gegen die Entscheidung, scheiterte jedoch gestern vor dem Verwaltungsgericht München. „Er hat keinen Anspruch auf einen gemeindlichen Platz“, sagte die Vorsitzende Richterin, „die Stadt hat einen sehr großen Gestaltungsspielraum.“

Jahrelang hatte der Zirkus Luna, der zwei Braunbären und einen Elefanten hält, in Erding seine Shows gezeigt. Doch dann kippte die Stimmung, als 2012 ein Zirkus mit exotischen Großwildtieren an der Grundschule gastierte. Die Buben und Mädchen erlebten, wie die Tiere in Ketten lagen. „Die Kinder fragten intensiv, wie die Stadt so etwas zulassen könne. Das sei Tierquälerei“, berichteten Vertreter der Stadt vor Gericht. Oberbürgermeister und Stadtrat waren sich einig, dass Zirkusse mit Bären, Elefanten oder Löwen nicht mehr auf dem Volksfestplatz zugelassen werden. Diese Tiere könne man sich in Hellabrunn ansehen, habe der Bürgermeister gesagt.

Das Gericht sah in der Entscheidung der Stadt kein faktisches Berufsverbot. Sie könne frei entscheiden, was sie auf öffentlichen Plätzen will. „Die Gemeinde müsste sich ja sonst etwas aufdrängen lassen, was sie gar nicht möchte.“

Nina Gut

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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