Zukunft der Feuerwehren: spezialisieren oder fusionieren?

Bockhorn - Zur Grundsatzdebatte über Einsatzmöglichkeiten und Spezialisierungen geriet der Antrag der Bockhorner Feuerwehr auf Ersatzbeschaffung des 19 Jahre alten Löschfahrzeugs LF 8/6. Den Punkt vertagte der Gemeinderat bis nach einem Gespräch von Bürgermeister Hans Schreiner mit den vier Kommandanten.

Mit Beladung sei der Wagen, Baujahr 1992, bereits über dem Grenzbereich des zulässigen Gesamtgewichts und entspreche nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen, teilt die Feuerwehr im Antrag mit. Bei technischen Hilfeleistungen sei der aktuelle Standard nicht gewährleistet.

Die knapp 19 Betriebsjahre sind für Schreiner jedoch noch nicht das Ende. Bei den Fahrzeugen sei eine Laufzeit von 25 Jahren angedacht. Also habe man grundsätzlich noch Zeit, die nötigen 200 000 bis 250 000 Euro in den Haushalt einzustellen. Bei vier Wehren im Gemeindebereich gehe es „jetzt aber darum, uns Gedanken zu machen, wo wir hin wollen“.

Ob Zusammenschluss oder Spezialisierung die richtige Strategie ist, ließ Schreiner offen. „Hierbei muss man auch“, ergänzte Vize-Bürgermeister Georg Mesner, „die Möglichkeit einer Unfallhäufung nach Bau einer Nordumfahrung berücksichtigen“. Zudem bereite vielfach die Tageseinsatzbereitschaft Sorgen, denn immer weniger Aktive sind vor Ort verfügbar. Für Bernhard Stein (CSU) ist klar, dass jede Wehr eine Standardausrüstung benötigt, darunter auch ein Löschfahrzeug. Darüber hinaus gebe es wenige Aufgaben, auf die man sich spezialisieren könne, ohne andere Einsatzarten zu vernachlässigen.

Gemeinderat Hermann Pröll (SPD) will nicht nur finanzielle Überlegungen, sondern auch, welche Einsätze von den Wehren gefordert werden und ob die Anforderungen erfüllbar sind. „Für eine Entscheidungshilfe müssen wir sehen, woran es mangelt, ob an Personal, Fahrzeugen oder Ausrüstung“, sagte er. Dazu bedürfe es jemand, „der von außen draufschaut“, etwa den Kreisbrandrat.

Mit den vier Kommandanten hätte man zwar Fachleute vor Ort aber für ein übergreifendes Konzept werde „keiner über den anderen sagen: ,Den brauchen wir nicht‘“.

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