Hochmoderne Technik steht für Patienten bereit. Hier die Kardiologie mit Dr. Walter Ruckdeschel. Foto: fkn

Zukunft der Medizin - am Beispiel Dorfen

Dorfen - Die medizinische Versorgung in Dorfen gilt nicht nur für den ländlichen Raum als mustergültig. Am Samstag öffnen das Medizinische Versorgungszentrum und die Klinik Dorfen ihre Türen für Besucher.

Der gute alte Hausarzt, der ein ganzes Mediziner-Leben lang auf dem Land Familien betreut und versorgt, ist längst Klischee. Die Gesundheitsreform mit ihren massiven Einschnitten macht es Ärzten immer noch schwerer, in eigener Praxis praktizieren und überleben zu können. Immer mehr niedergelassene Mediziner geben auf. Auch in den Kliniken hat seit Jahren eine gnadenlose Selektion stattgefunden.

Tag der offenen Tür

Das gesamte Programm zum Tag der offenen Tür kann über die MVZ-Seite im Internet unter www.mvz-dorfen.de/news abgerufen werden.

Wohin führt der Weg in unserem Gesundheitswesen? Eine gute Zukunft wird so genannten Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) bescheinigt. Eines davon steht in Dorfen. Nach Umbau und Erweiterung öffnet das MVZ Dorfen am Samstag, 7. Mai, für die Öffentlichkeit ihre Türen. Die Besucher erwarten ein umfangreiches und hoch interessantes Programm - unter anderem werden großformatige anschauliche Modelle von Darm und Herz ausgestellt.

Das MVZ Dorfen wird als Organisationsform angesehen, das auch politisch als zukunftsträchtig gilt. Es liegt auf dem Land und es wird von Ärzten geführt, denen es nicht, wie großen Konzernen, nur um Gewinnmaximierung geht. Das medizinische Angebot ist weitreichend. Betrieben werden die Fachrichtungen Kardiologie, Angiologie (Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße), Diabetologie, Endoskopie/Gastroenterologie, Ernährungsmedizin, Röntgen und Sportmedizin. Überdies sind neben den genannten Fachärzten auch mehrere Allgemeinmediziner tätig, die auch Hausbesuche machen. Als mustergültig gilt es zudem, dass das MVZ mit der im selben Gebäudekomplex untergebrachten Klinik Dorfen eng kooperiert. Das sichert dem 42-Betten-Krankenhaus auch die Existenz.

Für Patienten auf dem Land hat die Verzahnung der verschiedenen medizinischen Bereiche im MVZ viele Vorteile. Die Familie kann praktisch mit einem Termin mehrere ärztliche Untersuchungen erledigen: vom Hausarzt über den Kardiologen bis hin zum Gastroentereologen. „Der Anspruch der Ärzte ist es, eine ganzheitliche Versorgung in allen Bereichen der Allgemeinmedizin und Inneren Medizin auf hohem Niveau zu erreichen“, so der ärtzliche Leiter Dr. Emil Rudolf, der das MVZ gegründet hat. Aus diesem Grunde sind die Mediziner auch als Belegärzte in der Klinik Dorfen tätig. Dadurch können Patienten sowohl ambulant als auch stationär betreut werden.

Neun Ärzte sind am MVZ Dorfen tätig. Davon sind fünf Gesellschafter der Einrichtung. Einer davon ist auch Dr. Ludwig Rudolf, der gleichzeitig auch Chefarzt der Klinik Dorfen ist. Er hebt vor allem den medizinischen Versorgungsauftrag für die Region hervor. 30 Angestellte arbeiten neben den Medizinern in der Einrichtung. Gerade für Ärzte sei die Arbeit im MVZ hochattraktiv, so Dr. Rudolf. Sie könnten im Team arbeiten, hätten immer Kollegen zur Hand, die ihnen bei unklarer Diagnose Rat geben könnten. Durch das eigene Akutlabor seien die wesentlichen diagnostischen Möglichkeiten sofort machbar. Gerade junge Ärzte könnten so arbeiten, wie sie es von der Klinikausbildung her gewohnt seien. „Das macht sie bei der Arbeit viel souveräner“, weiß Dr. Rudolf.

Mit dem Krankenhaus besteht ein bis ins letzte Detail ausgearbeiteter Personal- und Sachkostenvertrag im Funktionsbereich. „Wir nutzen Kardiologie, Gastroneterologie, Radiologie gemeinsam mit der Klinik. Untersuchungen werden entsprechend akribisch abgerechnet. Durch die gegenseitige Nutzung der medizinischen Geräte und des Personals werden Synergieeffekte geschaffen.“

Dr. Rudolf betont, dass das MVZ den Hausärzten in der Region keine Konkurrenz mache. „Wir sind da strikt dahinter, dass die Patienten, die uns zugewiesen werden, auch Patient bei ihrem Hausarzt bleiben.“ Im fachärztlichen Bereich wird ausschließlich auf Überweisungsschein gearbeitet. Das Interesse sei eine kollegiale Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten. Durch eine Kooperation mit Lungenfachärzten aus Erding, die in Dorfen zweimal die Woche eine pulmologischer Filialpraxis betreiben, ist ein starker fachärztlich internistischer Standort geschaffen worden.

Bis zu 20 000 Patienten kommen jährlich in das MVZ Dorfen. Sie sparen sich dadurch weite Fahrten zu Fachärzten in anderen Städten. Das MVZ und die Klinik ist auch für die Stadt ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Bieten beide Einrichtungen doch über 150 Menschen einen Arbeitsplatz.

Anton Renner

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