Zustorfer Weiher als Klassenzimmer

Zustorf/Wartenberg - Zwei Busse brauchte es am Freitag, um 100 Grundschüler von Wartenberg zum Zustorfer Weiher zu fahren. Dort erlebten die Kinder spannende Unterrichtsstunden rund um das Thema Fisch.

Die IG Zustorfer Weiher hat wohl noch nie so viele Besucher gehabt: 100 Zweit- und Drittklässler der Marie-Pettenbeck-Schule Wartenberg kamen am Freitag mit zwei Bussen an den Zustorfer Weiher, um draußen in der Natur zu lernen.

Vorsitzende Eva Csauscher war zusammen mit Vereinsmitglied Christian Sellmaier schon lange vorher auf dem Gelände aktiv gewesen. Wegen des nassen Wetters mussten sie aber kurzfristig umplanen. Gummistiefeln und regenfester Kleidung - die Kinder waren waren bestens vorbereitet auf den Unterrichtstag unter freiem Himmel.

Der Verein zeigte lebende Fische verschiedener Arten in einer Wanne, dazu die Spezialität des Zustorfer Weihers: Edelkrebse. Ganz mutige unter den Kindern trauten sich auch, die Panzer der Schalentiere zu berühren.

Die Fische selbst standen im Mittelpunkt. An einer Station lernten die Kinder auch eine Angel näher kennen. „Auswerfen lasse ich die Kinder nicht, das ist zu gefährlich“, schränkte die Vorsitzende allerdings ein. Wasserverbrauch, Wasserreinhaltung und damit verbundene Fragen waren Thema einer weiteren Station.

Mit von der Partie war Kreisfachberater Michael Klinger vom Landratsamt. Er hatte die Verantwortlichen bei der Vorbereitung unterstützt. Für das Unterrichtsvorhaben draußen in der Natur stellte zudem der Landesfischereiverband Material im Rahmen des Projekts „Fischer machen Schule“ zur Verfügung. So erhielt jedes der Kinder ein gut gemachtes buntes Heft mit 30 Seiten. Darin lernten sie „Hugo der Karpfen“ kennen und bekamen ein ausgewachsenes Bestimmungsbuch in die Hand, anhand dessen sie eine Bach- von einer Regenbogenforelle zu unterscheiden lernen konnten. Ein Lehrer-Begleitheft enthält alle Lösungen zu den vielen Quizfragen. Obendrein stellte der Verband auch handfestes Material zur Verfügung: Siebe und kleine Schüsseln, dazu Becherlupen, damit die Kinder ihre Fänge begutachten konnten. Auch Klinger hatte Material mitgebracht, so dass alle mit vielen neuen Erkenntnissen auf Entdeckungsreise gehen konnten.

„Wir haben das schon lange geplant“, sagte Eva Csauscher, die auch Vorsitzende der Mittelschule an der Marie-Pettenbeck ist. Und die Mädchen und Buben selbst kamen ebenfalls gut vorbereitet. Einige glänzten mit Vorwissen aus dem Unterricht, andere konnten Erfahrungen aus der Verwandtschaft vorweisen.

Die IG Zustorfer Weiher hat dieses Angebot auch gemacht, um ein wenig Werbung in eigener Sache zu machen. So heißt es im Vorwort des Heftes: „Vielleicht habt ihr sogar Lust, euch der Jugendgruppe eines örtlichen Angelvereins anzuschließen.“

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