SPD und zweite Stammstrecke: Druck Ja, Geld Nein

Erding - Die SPD-Kreistagsfraktion spricht sich für eine konzertierte Aktion des Münchner Umlandes für die Realisierung des zweiten Stammstreckentunnels aus. Geld wollen die Genossen dafür aber nicht locker machen - zumindest noch nicht.

Der Streit zwischen Bund, Freistaat und Landeshauptstadt um die Finanzierung der zweiten Stammstrecke hat längst auch die Umlandkreise erfasst. Nachdem Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer in unserer Zeitung deutlich gemacht hatte, dass er Erding bis auf Weiteres hier nicht für zuständig hält, FDP-Kreisrat Peter Utz aber Mittel gefordert hatte, meldet sich nun die SPD zu Wort.

In einer am Wochenende verbreiteten Erklärung stellt der Fraktionsvorstand einen Antrag an den Kreistag. Dieser soll sich, so Michaela Meister, nachdrücklich „für die zügige Realisierung einsetzen“. München wie die Region bräuchten eine ertüchtigte S-Bahn. Schließlich sei eine Taktverdichtung geplant. Ferner soll der Kreistag den Freistaat auffordern, die Planung zu forcieren und deren Finanzierung sicherstellen. Dies gelte auch die örtlichen Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Aber auch die Kommunalpolitiker aus der Region werden animiert, den Druck zu erhöhen. Meister verweist auf die zahlreichen Pendler, die sich nach einer Verbesserung sehnten.

Von Geldern des Landkreises ist in dem Antrag freilich nichts zu lesen. Vorstandsmitglied Michael Gruber erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung: „Das ist jetzt noch nicht das Thema. Zunächst sind die direkt am Projekt beteiligten Partner gefordert.“ Am Ende eines langen Prozesses könnten aber durchaus Verhandlungen stehen, ob auch die Kreise zahlen. „Uns ist bewusst, dass die Kreisumlage immer ein heißes Eisen ist. Aber wir könnten an einen Punkt kommen, wo alle gefordert sind“, so Gruber. Eine Zusage würde die Position Erdings derzeit aber schwächen. Daher weigere er sich, „zum jetzigen Zeitpunkt eine Summe zu nennen“.

(ham)

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