Die Erweiterung des Neubiberger Rathauses rückt näher: Der Gemeinderat hat der Vorentwurfsplanung, wenn auch zum Teil mit Bauchschmerzen, zugestimmt. ArchivFoto: Harald Hettich
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Die Erweiterung des Neubiberger Rathauses rückt näher: Der Gemeinderat hat der Vorentwurfsplanung, wenn auch zum Teil mit Bauchschmerzen, zugestimmt.

Kostenrahmen: 20 Millionen Euro

Neubiberg: Fehlender Sitzungssaal ist kein Hindernis

Neubiberger Gemeinderat stimmt für den Vorentwurf der Rathaus-Erweiterung.

Neubiberg – Die wohl entscheidende Hürde zur geplanten Sanierung und Erweiterung des Neubiberger Rathauses ist genommen: Der Gemeinderat stimmte jetzt für das nach aktuellen Hochrechnungen rund 20 Millionen Euro teure Bauprojekt am Rathausplatz. In weiten Teilen einstimmig wurde die Vorentwurfsplanung nun auf den Weg gebracht, wenn auch mit „einigem Zähneknirschen“, wie mancher im Rat nach rund dreistündiger Abschlussberatung bekundete.

Projektsteuerer Ferdinand Weiß und Architekt Jan Spreen zeichneten in der Sitzung ein positives Bild der Entwicklung: „Das erwünschte Raumprogramm ist umgesetzt, der Zeitplan eingehalten und der Kostenrahmen von 20 Millionen Euro ebenso.“ Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) sprach von einem „gutem Vorentwurf“.

Nach Geburtswehen auf Portfolio verständigt

In der Tat hatte man sich nach vielen Geburtswehen in den vergangenen Wochen und Monaten auf ein ordentliches Planungsportfolio verständigt. Ein erweiterter Rathausbau in reiner Holzhybrid-Bauweise soll es sein, die Tiefgarage fällt mit 30 Plätzen deutlich kleiner aus wie in der Ursprungsplanung. Auch das Kulturamt hat im neuen, aber entgegen der Anfangsplanung verkleinerten Rathaus eine Heimat – im Gegensatz zu einem großen Rathaussaal.

Das nahm so mancher Gemeinderat wohl erstmals in dieser Sitzung wahr. Elisabeth Gerner (SPD) zeigte sich darüber „erschüttert“. Dem habe sie nie zugestimmt. Bauamtsleiter Christian Einzmann widersprach. Bereits im Oktober 2020 sei der Ratssaal zugunsten eines multifunktionalen Besprechungsraums herausgefallen.

Pardeller und sein Verwaltungschef warnten vor unwägbaren Mehrkosten

Pardeller und sein Verwaltungschef warnten vor unwägbaren Mehrkosten, wenn man erneut umplane. Vorgesehen sei, die Ausschüsse im neuen Rathaus tagen zu lassen, „für den Gemeinderat selbst steht das runderneuerte HfW mit 200 Plätzen nebenan zur Verfügung.“

Längerer Streit gab es um die Energieeffizienz des dann sanierten Rathauses. Die Planer sahen mit der Energieeffizienz 55 den gesetzlichen Rahmen übererfüllt. Besonders die Grünen sahen den Rahmen des Machbaren gerade in Zeiten des notwendigen energetischen Wandels nicht ausgereizt. Kennzahl „40“ wünschte man sich dort, wie Fraktionssprecherin Lucia Kott betonte.

Man müsse wissen, dass noch mehr Energieeffizienz nur gegen umfangreiche planerische und bauliche Änderungen zu haben sei, sagte Pardeller. „Das ist für 20 Millionen aber nicht zu machen“, betonte Spreen. „Wenn wir jetzt noch einmal neu planen und Zusatzkosten kreieren, hätten wir das Rathaus gleich vor zwei Jahren für 26 Millionen bauen können“, meinte Michael Weigle (FDP).

Detailfragen waren zu klären

Weil auch noch andere Detailfragen zu klären waren, gab es eine Sitzungsunterbrechung mit fraktionsinternen Schnellberatungen. Dann ging alles relativ rasch. Einen Trinkwasserbrunnen und ein Wasserspiel im Umgriff des Rathauskomplexes wollen die Räte. Auch sollen im gesamten Ensemble eine mechanische Entlüftung und auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage installiert werden. Die verbindende (Sicht)-Achse vom Rathaus zur Hauptstraße zur Promenade aufzuwerten, lehnte die Ratsmehrheit ebenso aus Kostengründen ab wie eine kostenintensive Aufwertung des Parkplatzes Süd. Vom Personalrat gab es auf Nachfrage ebenfalls grünes Licht - mit Einschränkung. „Der Raumbedarf fürs Personal sei bis 2030 abgedeckt“, beschied ein Vertreter im Rat. „Darüber hinaus darf aber nicht mehr viel passieren.“

VON HARALD HETTICH

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