52-Jähriger gesteht – Er sei selbst beklaut worden – Prozess ausgesetzt

Bundespolizist plündert Kaffeekasse

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Mindestens dreimal soll ein Bundespolizist in die Kaffeekasse seiner Dienststelle am Münchner Flughafen gegriffen haben.

Erding/Flughafen - Weil er dabei auch seine Dienstwaffe mit sich führte, musste er sich gestern vor dem Amtsgericht Erding wegen Diebstahls mit Waffe verantworten. Ein Urteil gibt es noch nicht. Staatsanwalt David Schlittenhardt will noch weitere Zeugen hören. Damit bleibt der 51 Jahre alte Polizeiobermeister weiterhin vom Dienst suspendiert. Er erhält seine Besoldung aber keine Zulagen.

Schlittenhardt listete vier Fälle auf, in denen es sich am 16. Juni, am 23. und am 25. Oktober um Kleinbeträge von 16, zehn und 15 Euro handelte. Am 25. Oktober entwendete er zudem aus einem als Falle positionierten Rucksack 20 Euro.

Der Polizist aus dem Kreis Dachau räumte die Diebstähle im Oktober ein, den im Juni bestritt er. Auf die Schliche gekommen waren ihm seine Vorgesetzten sowie Ermittler der Landespolizei durch eine Videoüberwachung im Raum sowie in einem Computer. Zu diesem Schritt hatten sich Polizei und Staatsanwaltschaft veranlasst gesehen, weil es in dem Zeitraum immer wieder zu Diebstählen gekommen war. Eine Beamtin sprach im Zeugenstand von über 20 Delikten.

Der Angeklagte und sein Verteidiger Christian Dittrich erklärten, es habe sich um Kurzschlussreaktionen gehandelt, nachdem dem Polizeiobermeister am 23. Oktober selbst 50 Euro gestohlen worden sei – auf der Dienststelle. „Ich habe das Geld gebraucht, weil ich tanken musste.“ Ende 2014 hatte der Beamte Privatinsolvenz angemeldet, zudem muss er sich um fünf Kinder kümmern. Dittrich wies aber auch darauf hin, dass sich sein Mandat unmittelbar danach schriftlich entschuldigt und den Schaden beglichen habe.

Bei den Diebstählen war der 51-Jährige gefilmt worden. Dabei wurde deutlich, dass er eine Waffe im Holster trug – ein erschwerender Umstand. Sie sei jedoch lediglich unterladen gewesen, sprich das Magazin sei in der Pistole gewesen, allerdings keine Kugel im Lauf. Zudem sei er alleine im Raum gewesen, es habe folglich kein Gefährdungspotenzial bestanden.

Der Nachweis der ersten Tat wird schwierig sein, denn Videoaufnahmen aus dem Computer wurden gelöscht. Zudem widersprachen sich zwei Zeugen. Richter Andreas Wassermann hätte den Prozess am Dienstag gerne zu Ende gebracht. Dennoch beharrte der Ankläger auf einer Vernehmung der Beamten, die die Aufnahmen veranlasst und ermöglicht hatten. Schlittenhardt will geklärt haben, ob es sich wirklich um eine Kurzschlusstat gehandelt, oder ob er Polizist doch regelmäßig gestohlen hat. Dann dürfte das Urteil deutlich härter ausfallen. Der Prozess wurde auf Dienstag, 7. November, vertagt

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