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Die Flutopfer in Niederbayern - hier ei Bild aus Simbach am Inn - brauchen weiterhin Hilfe. Der Flughafenverein ruft nun zu einer außergewöhnlichen Aktion auf.

Aktion des Flughafenvereins mit Hilfe der FMG

Hilfe mit Pfiff: Zeit schenken, Geld spenden

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Flughafen - Vom Münchner Flughafen aus rollt eine neue Welle der Hilfsbereitschaft für die Flutopfer unter anderem in Niederbayern aus. Das Ungewöhnliche: Wer Zeit schenkt, spendet Geld. Hinter der Aktion steht der Flughafenverein

Bei dem verheerenden Hochwasser im Mai und Juni in Niederbayern sind Milliardenschäden entstanden. Unter den ersten Helfern und Spendern war der Flughafenverein. Vorsitzender Thomas Bihler berichtet, dass man gleich zu Beginn zwölf Familien geholfen habe – mit 6000 Euro sowie Sachspenden.

Nun hat Bihler eine neue Möglichkeit der Unterstützung aus den Tiefen der Ministerialbürokratie gehoben. Arbeitnehmer haben nach Angaben des Finanzministeriums die Möglichkeit, Zeit zu schenken. Dies hat Bihler Schwarz auf Weiß – aus dem Haus von Finanzminister und Flughafen-Aufsichtsratschef Markus Söder.

Das Bundesfinanzministerium hat mehrere steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung der Unwetteropfer erlaubt. Unter anderem ist es Arbeitnehmern möglich, auf die Auszahlung von Lohnanteilen oder auf Teile eines angesammelten Wertguthabens zu verzichten. Der sich daraus ergebende Geldwert kann gespendet werden. Auch Überstunden können für den guten Zweck versilbert werden. Der Spender hat den Vorteil, dass er diese Zeit- und damit Geldspenden nicht versteuern muss, also darauf keine Steuern zahlen muss.

Für diese ungewöhnliche Form der Hilfe rühren Bihler und der Flughafenverein nun die Werbetrommel. Die FMG hat ihren schon Segen erteilt. „Wir machen mit. Unsere Mitarbeiter können gerne spenden“, erklärt Pressesprecher Ingo Anspach. Mit der August-Lohnabrechnung würden alle Beschäftigten ein entsprechendes Formblatt erhalten. Anspach verspricht: „Dieses Spendenaufkommen geht dann ohne Abzüge an die Betroffenen.“ Die Aktion laufe bis Oktober.

Ganz neu ist diese Form der Spendensammlung nicht. Anspach und Bihler berichten, dass auch bei der schlimmen Flut 2013 unter anderem im Landkreis Erding auf diese Weise geholfen worden sei. Damals spendeten Mitarbeiter 2300 Stunden im Wert von rund 57 000 Euro.

Bihler hofft nicht nur auf zahlreiche FMG-Unterstützer. Er, der bayernweit vernetzt ist, will möglichst viele Arbeitgeber und -nehmer überzeugen, auf diese Weise zu spenden.

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