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Die „Airport Runners“ um Barbara Gruber (2. v. r.) beim Brixen-Dolomiten-Marathon 2016 (v. l.): Gottfried Gams, Thomas Gutsche, Gisela Scheuplein und Manfred Friedl haben den vierten Platz erreicht. Nicht auf dem Bild: Wolfgang Gruber und Roland Boehme.

Das Airportrait 

Barbara Gruber, die Seriensiegerin

Marzling – 13 Airportläufe, 13 Mal ein Platz auf dem Siegertreppchen – Barbara Gruber ist seit dem ersten Laufwettbewerb am Flughafen München im Jahr 2004 aktiv dabei. Seitdem gelingt es ihr jedes Jahr erneut, als eine der ersten drei Frauen ins Ziel zu laufen. Der Heimatzeitung hat sie ihr Erfolgsgeheimnis verraten.

Völlig unvorbereitet trat die Marzlingerin beim ersten Airportlauf, maßgeblich von der Polizeiinspektion Flughafen initiiert, an die Startlinie. „Ich bin davor vielleicht drei Mal Laufen gegangen, aber sonst habe ich nicht wirklich dafür trainiert“, erinnert sich Gruber. Umso überraschender war damals die zweite Platzierung in der Fünf-Kilometer-Disziplin für sie, denn das letzte Mal war sie im Alter von 17 Jahren im Laufsport aktiv. „Damals habe ich noch Leichtathletik gemacht, aber dann kamen Männerwelt und Disco-Nächte dazwischen“, erzählt Gruber mit einem Augenzwinkern.

Das männliche Geschlecht sei aber auch der Auslöser dafür gewesen, wieder mit dem Laufen zu beginnen und am Airportlauf teilzunehmen. Denn im Alter von 35 Jahren lernte die kaufmännische Angestellte ihren Ehemann Wolfgang kennen – einen leidenschaftlichen Läufer. „Mit ihm zusammen habe ich dann oft trainiert, und der Erfolg beim ersten Wettbewerb hat mich angespornt, mich beim Betriebssportverein in der Sparte Laufen anzumelden.“

Seitdem hat die mittlerweile 48-Jährige keinen Laufwettbewerb an ihrem Arbeitsplatz verpasst. Ob auf einer Strecke von fünf beziehungsweise elf Kilometern oder beim Halbmarathon – den Platz auf dem Siegertreppchen schafft Gruber jedes Mal.

Ihr Erfolgsrezept: nicht auf die Zeit schauen. „Ich laufe nicht gegen meine Uhr, ich laufe gegen die Person, die vor mir ist. Erst wenn sich eine Gegnerin vor mir befindet, habe ich die Kraft, richtig Gas zu geben.“

Doch nicht nur um den Sieg geht es dem Airportlauf-Urgestein. Für Gruber bedeutet die Sportart Freude, Leidenschaft und Freiheit, Abschalten vom Alltag. „Ich habe einen Beruf im Büro, da brauche ich den Sport auch als Ausgleich.“ Das sei auch einer der Gründe, weshalb die Marzlingerin drei Mal pro Woche trainiert, oft gemeinsam mit ihrem Ehemann, im Winter hauptsächlich mit einem tierischen Unterstützer: Langhaarschäferhund Urban. „Er begleitet mich eigentlich immer, wenn es nicht zu warm ist. Und auch wenn ich mit der Laufsportgruppe unterwegs bin, ist er ganz oft dabei.“ Immer ist das nicht möglich, denn gemeinsam mit dem Laufteam des Betriebssportvereins ist a Gruber auch im Ausland unterwegs.

Den Tui-Marathon auf Mallorca haben die „Airport Runners“, wie sich die Mitglieder nennen, beispielsweise erfolgreich bezwungen. Sie erreichten den zweiten Platz. Bei den Wettbewerben innerhalb des Landkreises ist der vierjährige Urban jedoch stets ein seelischer Unterstützer.

Er allein ist freilich nicht für den Erfolg der Laufgruppe verantwortlich. Vor allem der starke Zusammenhalt innerhalb des Teams ist laut Gruber die Voraussetzung für den Erfolg. „Einer für alle und alle für einen, dieses Motto gilt bei uns immer. Da macht man auch mit einem gebrochenen Zeh weiter“, erzählt Gruber.

In den nächsten Jahren möchte die leidenschaftliche Läuferin weiterhin in ihrem Laufteam aktiv sein, denn dessen Mitglieder gehören heute zum engsten Freundeskreis der Marzlingerin. Beim Airportlauf will Gruber weiterhin dafür sorgen, Jahr für Jahr einen Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern.

Julia Adam

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