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Das abgestürzte Flugzeugteil.

Schockierende Berechnung

Abgestürztes Flugzeugteil: 20 Sekunden verhinderten die Katastrophe

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Das war knapp: Das Flugzeugteil, das am Freitag im Landkreis Erding in ein Feld stürzte, hat nur haarscharf Häuser verfehlt. Das zeigen Berechnungen von Flugdaten des Fracht-Jumbos, der das Teil verloren hatte.

Wartenberg – Flug G-CLBA war Freitagfrüh in Frankfurt am Main gestartet und befand sich kurz vor 6 Uhr östlich des Flughafens München im Landeanflug. Um 5.47 Uhr passierte es: Die Boeing 747 verlor die Abdeckung des Motors einer Landeklappe, die unter der rechten Tragfläche angebracht war. Das Teil schlug in einer Wiese auf, die zum Weiler Moos bei Wartenberg gehört, und wurde erst eine gute Stunde später von einem Landwirt entdeckt.

Es hätte auch schlimm ausgehen können, zeigen nun Berechnungen von Flugdaten. Wenn sich das Teil nur etwa 20 Sekunden früher von der Tragfläche gelöst hätte, wäre es in eines der Häuser von Riding eingeschlagen. Riding liegt etwa 1,4 Kilometer östlich der Aufschlagstelle und ist ein Ortsteil von Fraunberg, ein Nachbarort von Wartenberg. „Da war Riesenglück dabei“, sagt Uwe Salloch von der Firma Jetvision, die auf die Auswertung der Flugdaten spezialisiert ist. Das Unternehmen aus Vierkirchen (Kreis Dachau) hat für unsere Zeitung den exakten Flugweg des Flugzeugs berechnet. Möglich ist dies, weil jede Maschine im Sekundentakt über das sogenannte ADSB-System Koordinaten sendet – zum Beispiel die Flugzeugposition und die Geschwindigkeit. Jetvision bietet sowohl Hard- als auch Software an für die Flugverfolgung an – Fachleute sprechen vom Flight Tracking. Wichtig ist das zum Beispiel für Internet-Portale wie FlightRadar24 oder FlightAware, die solche Daten global aufbereiten und anbieten.

So schaut die Berechnung aus. 

Die Boeing 747 (Baujahr 2004), die für die russische Frachtfluggesellschaft CargoLogic Air unterwegs war, hatte nach den Berechnungen von Jetvision zum Zeitpunkt des Vorfalls noch eine Geschwindigkeit von 128 Knoten – umgerechnet 237 km/h. Das Flugzeug befand sich in einer Flughöhe von 617 Metern, als sich die Abdeckung löste. Der Metallkörper segelte durch die Vorwärtsbewegung des Flugzeugs in einem weiten Bogen zu Boden und schlug nach etwa vier Sekunden auf der Wiese auf. Berechnungen von Jetvision ergaben, dass die Drift Richtung Westen 362 Meter betrug. Alle Angaben basieren auf der Annahme, dass die Abdeckung etwa zwei Meter lang und etwa 100 Kilo schwer ist. „Kleine Abweichungen im Meter- und Sekundenbereich sind deshalb möglich“, sagt Uwe Salloch. Auch die Windverhältnisse wurden nicht berücksichtigt. Doch da die Ortschaft Riding nicht nur aus einem Haus besteht, sei kein Zweifel möglich, dass die Abdeckung nur knapp die Ortschaft verfehlte.

Der Vorfall wird nun von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig analysiert. Das wird einige Monate dauern.

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