Die Kapsel für den Grundstein thronte neben den Rednern, hier Ralph Riedle von der DFS (r.). Foto: ham

Deutsche Flugsicherung: 40 Millionen Euro für Neubau und 100 neue Lotsen

Flughafen - Die Deutsche Flugsicherung investiert kräftig in ihren Standort Erdinger Moos. Dort entsteht bis Ende 2013 ein neues Center, in dem unteren anderem ein großer Kontrollraum für Fluglotsen einziehen wird.

Das Invest der Deutschen Flugsicherung (DFS), ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen, zeigt: Der Luftverkehr über Süddeutschland nimmt weiter zu. 600 Mitarbeiter zählt die DFS zurzeit, 500 davon arbeiten im Schichtdienst. Ist die neue Niederlassung Süd fertig, werden 100 Arbeitsplätze hinzukommen.

Und die brauchen Platz. Der wurde gestern mit der Grundsteinlegung symbolisch geschaffen. Der Termin kam spät, erste Mauern an der Nordallee unweit der Urlauberparkplätze stehen nämlich bereits. DFS-Betriebsdienst-Geschäftsführer Ralph Riedle berichtete, dass die Grundfläche 15 000 Quadratmeter betrage. Das Gebäude mit seiner signifikanten Fassade aus abwechselnd offenen und geschlossenen Rahmenelementen, die den Bau als durchlaufendes Band umhüllen, wird vier Stockwerke hoch sein. Herzstück, so Riedle, bildet ein 1800 Quadratmeter großer Kontrollraum.

In dem sitzen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche die Losten, die den Luftverkehr über Süddeutschland koordinieren, lenken und sichern. Laut Riedle umfasst die Zuständigkeit der Niederlassung Süd den Luftraum zwischen Sachsen und dem Brenner und zwischen Bodensee und der polnischen Grenze. Hinzu kommen die Anflugbereiche der Airports München, Dresden, Erfurt, Nürnberg und Leipzig. Allein im vergangenen Jahr wurden knapp 1,5 Millionen Flüge koordiniert.

Direkt unter dem Kontrollraum befindet sich ein Rechenzentrum mit mehr als 500 Kilometern Kabel. „Die Wärme, die hier entsteht, nutzen wir als einzige Heizquelle“, so der Geschäftsführer. Das Dach werde begrünt. Ende 2013 soll der neue Komplex, für den die DFS 40 Millionen Euro in die Hand nimmt, in Betrieb gehen - dann aber vollständig mit Digitaltechnik,

Michael Kerkloh, Hauptgeschäftsführer der Flughafen München GmbH (FMG), erklärte, die Vergrößerung der DFS sei ein Beleg dafür, „dass der Luftverkehr weltweit und vor allem in Europa zunimmt“. Über Europa finde schon heute der meiste Flugverkehr weltweit statt. Für ihn sei klar: „Diese Erweiterung ist angesichts der Prognosen erforderlich.“ Das dies am Münchner Airport geschehe, sei ein Beleg dafür, „dass unser Flughafen einer der wichtigen und großen europäischen Standorte ist, in die weiter investiert wird, weile sie Zukunft haben“.

Die DFS bezeichnete Kerkloh als wichtigen und guten Partner der FMG. Gemeinsam mit der DFS träten die Flughäfen und Airlines an die Politik heran, um eine effiziente Luftverkehrsinfrastruktur zu erreichen. In diesem Kontext wiederholte der FMG-Chef seine Forderung, endlich zu einem einheitlichen europäischen Luftraum, dem „Single European Sky“ zu kommen, „Zur Zeit haben wir einen Flickenteppich, der die Flugkoordination nicht nur schwierig, sondern auch teuer macht.“

(Hans Moritz)

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