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Blinder Passagier: die Baby-Schildkröte, die in einem Flugzeug aus Punta Cana auf der Dominikanischen Republik entdeckt wurde.

Blinder Passagier

Diese Baby-Schildkröte wurde in einer Flugzeugtoilette entsorgt

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Wahrscheinlich  bekam der Käufer Angst vorm Zoll. Am Ende krabbelte eine Baby-Schildkröte in einer Flugzeugtoilette herum.

Flughafen So etwas erlebt das Servicepersonal einer Airline sicherlich nicht alle Tage: Auf dem Condor-Flug mit der Nummer DE2241 am Montag von Punta Cana auf der Dominikanischen Republik nach München krabbelte auf dem Fußboden einer Bordtoilette plötzlich eine Wasserschildkröte herum. Offensichtlich hatte einer der Fluggäste das Tier zuvor an Bord geschmuggelt und es während des Fluges ausgesetzt, berichtet die Auffangstation für Reptilien München in einer Pressemitteilung.

„Leider kommt es regelmäßig vor, dass Urlauber aus ihren Ferien ein exotisches Tier mitbringen und dieses illegal nach Deutschland einführen wollen“, erläutert Dr. Markus Baur, Leiter der Station „Allerdings ist dies für uns das erste Mal, dass der Verursacher es sich bereits auf halber Strecke anders überlegt hat. Vermutlich hat bei seiner Entscheidung, das Tier doch schnell wieder loswerden zu wollen, auch die Angst vor dem Flughafenzoll eine wichtige Rolle gespielt.“

Experte mahnt: Tiere sind keine Urlaubsmitbringsel

Bei der gefundenen Art handelt es sich um eine junge Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans), die der unbekannte Urlauber unter Umständen auf einem Basar erstanden hat. „Nicht selten werden solche Tiere spontan aus Mitleid gekauft, weil die Haltungsbedingungen bei den Händlern alles andere als optimal sind“, weiß Baur. Damit tue man aber weder den Tieren noch dem Tierschutz einen Gefallen. Denn mit dem Mitleidskauf würden Zucht und Handel noch weiter angefeuert. Tiere seien einfach keine Urlaubsmitbringsel, sagt Baur.

Nicht zuletzt handelt es sich bei der Rotwangen-Schmuckschildkröte um keine seltene Art. In den deutschen Gewässern können diese Tiere in immer größeren Mengen beobachtet werden, weil Tierhalter, denen die Exoten lästig wurden, sie aussetzen.

Blinder Passagier lebt in Reptilien-Auffangstation in München

Wer ein Tier illegal in die EU einführt, muss damit rechnen, dass es vom Zoll beschlagnahmt und der Importversuch mit einer hohen Geldstrafe geahndet wird. Häufig stellt sich dann auch die Frage, was im Anschluss mit dem illegalen Tier passieren soll. Der blinde Passagier vom Flug DE2241 hatte da mehr Glück: Die Schildkröte darf fortan gemeinsam mit rund 500 ihrer Artgenossen in einem artgerechten Refugium der Reptilienauffangstation in München verbringen, bis sie schließlich in sachkundige Hände weitervermittelt werden kann.

Die Auffangstation für Reptilien, München e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 2001 gegründet wurde. Mit jährlich über 1200 geretteten und weitervermittelten Tieren sind es Deutschlands größte Auffangstation für exotische Heimtiere.

ta

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