„Sind Sie echt?“ Die Info-Damen, die via Kamera und Bildschirm mit den Passagieren kommunizieren, kennen die Frage. Künftig stehen die Infogates auch in Südafrika. Fmg

Die Digital-Dame geht auf Tournee

Flughafen - Die interaktiven Infogeräte am Münchner Flughafen stehen inzwischen auch in Südafrika, Saudi-Arabien und in deutschen Einkaufszentren.

„Sind Sie echt?“ Das bekommt das Servicepersonal am Flughafen immer wieder zu hören, wenn sie auf dem Bildschirm der InfoGates erscheinen. Künftig wird die Frage wohl auch in Afrikaans, Zulu oder in einer der anderen elf offiziellen Landessprachen Südafrikas gestellt werden. Denn die Infogate Sysystem GmbH hat 50 dieser Informationsschalter nach Johannesburg, Kapstadt und Durban verkauft - Auftragsvolumen laut Flughafensprecher Ingo Anspach: eine siebenstellige Euro-Summe. Und das ist nicht der erste Deal der Tochter der Flughafen München GmbH (FMG).

Nach dreijähriger Entwicklungszeit hatte das Team um Chefentwickler Manfred Zötl im Jahr 2011 die großen, hochauflösende Bildschirme in den Terminals aufgestellt, über die das Flughafenpersonal mit Passagieren kommunizieren kann. Mithilfe der beiden installierten Kameras ist die Infozentrale in der Lage, die Kunden zu sehen und zu helfen. Inzwischen stehen zwölf solche Counter am Moos-Airport und weitere 40 interaktive Stelen, an denen sich die Passagiere eine Orientierung über Wege und verfügbaren Service verschaffen können. Mit Inbetriebnahme des Satelliten kommen laut Zötl zwölf weitere hinzu.

Die Flughafen-Tochter ist aber nicht nur im eigenen Haus engagiert. Bereits 2012 sei das Novotel Center und die Airport-Lounge im Busbahnhof Ingolstadt ausgestattet worden, erzählt der Geschäftsführer, der bisher auf einen großen Fisch verzichten muss. Die Deutsche Bahn konnte sich nicht durchringen, die Weltneuheit made in Germany auf ihren Bahnhöfen zu installieren.

Zötls Team hat andere Geschäftsfelder entdeckt: Einkaufszentren. „In Hamburg, Dortmund und Essen stehen unsere Geräte“, berichtet er. Eine Messestandort im Ruhrgebiet habe auch schon sein Interesse bekundet. Und eine Vielzahl von Flughäfen.

„Es hilft uns sehr, dass München Europas einziger Five-Star-Airport ist“, erzählt Zötl. Flughafenmanager auf der ganzen Welt würden sich die Münchner Servicequalität anschauen. „Wir müssen gar nicht mit dem Präsentationskoffer durch die Welt reisen und gehen auch nur noch sporadisch zu Messen“, sagt er und erzählt vom Flughafen in Jeddah (Saudi Arabien), der zehn InfoGates bestellt hat. In Hannover würden noch in diesem Frühjahr die Geräte ausgeliefert. Weitere Gespräche mit Kunden aus Eurasien laufen.

Gleichzeitig werden zu Hause die Counter weiter entwickelt. Aus InfoGate 1.0 sei längst 1.2 oder 1.3 geworden, erzählt Zötl. Zudem werden in Kürze vor dem Terminal 2 und dem Airportcenter Stelen für bewegungseingeschränkte Passagiere installiert. Und die Endgeräte im Satelliten sollen direkt in die Fassade integriert werden. Und auch jene Damen, die dann dort von der Wand lächeln, werden echt sein - live aufgenommen aus der Telefonzentrale.

(Dieter Priglmeir)

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