Brief an Göppel

Dritte Startbahn: Flughafen kritisiert CSU-Umweltpolitiker

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München – Hat sich der CSU-Arbeitskreis (AK) Umwelt auf der Basis falscher Informationen gegen die dritte Startbahn ausgesprochen?

Diesen Vorwurf erhebt Thomas Höfer von der Abteilung Marktforschung und Flugplanung der Flughafen-Gesellschaft FMG in einem Brief an AK-Vorsitzenden Josef Göppel, das unserer Zeitung vorliegt. Ein Vorwurf lautet, die FMG habe bewusst Flüge in Spitzenzeiten verlegt, um Engpässe zu suggerieren. Dem widerspricht Höfer: „Ein Flughafen darf keine Flüge verlegen.“ Das sei ausschließlich dem Flughafenkoordinator der Bundesrepublik vorbehalten. Dabei handle es sich um eine Bundesbehörde. Auch die Kritik, der Flughafen würde in Spitzenzeiten gezielt gleichzeitig Verbindungen etwa von Lufthansa und Air Berlin zu identischen Zielen anbieten, kontert der Chefplaner der FMG. In Stoßzeiten gebe es mehr Bedarf, auf den die Fluggesellschaften mit einer erhöhten Frequenz reagierten. Auch stehe es ihnen frei, zugewiesene Slots (Zeitfenster für Starts- und Landungen) nach eigenem Ermessen zu nutzen. Weiter weist Höfer darauf hin, dass Flughäfen keine Starts und Landungen freigeben dürften. „Das ist Aufgabe der Deutschen Flugsicherung, ebenfalls eine unabhängige Institution“, so Höfer.

Keinerlei Verständnis hat der FMG-Manager für Göppels Vorschlag eines Tandem-Konzepts, bei dem sich die Flughäfen München und Nürnberg abstimmen sollten. „Verkehr findet dort statt, wo er nachgefragt wird, also vor allem in München“, schreibt Höfer. „Kein Mensch fliegt nach Nürnberg, wenn er nach München muss.“ Niemand würde dort in den Zug umsteigen, um nach München zu fahren oder dort wieder in ein Flugzeug zu steigen. Höfer nennt die Drehkreuz-Funktion im Erdinger Moos die effizienteste Form der Luftfahrt. Zu der Zahl der Flüge merkt er an, dass diese merklich anzögen. 2015 sei es ein knappes Prozent mehr gewesen, für 2016 rechne man aufgrund der Anmeldungen mit fünf Prozent Zuwachs.

Rubriklistenbild: © dpa

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