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In den Wohnungsbau will der Flughafen im Umland einsteigen. 2016 soll das Projekt starten.

Engagement für Flughafen-Personal

Kerkloh will 600 Wohnungen bauen

Flughafen - Der Flughafen München will aktiv in den regionalen Immobilien- und Wohnungsbaumarkt eingreifen. Das soll die Suche nach neuen Arbeitkräften erleichtern.

„Die Flughafen München GmbH (FMG) plant zunächst auf eigenen Grundstücken in den Gemeinden Hallbergmoos und Oberding eine Wohnraumentwicklung.“ So steht es in einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Parlamentarische Anfrage von Benno Zierer (FW) an den Landtag. Die Schaffung neuer Wohneinheiten, so das Ministerium weiter, solle mit den beiden Gemeinden gemeinsam vorangetrieben werden. „Da es sich bei diesem Thema nicht um das Kerngeschäft der FMG handelt, werden Partnerschaften mit Akteuren des Wohnungmarktes gesucht“, heißt es in der Antwort weiter – sprich mit Bauträgern. FMG und Staatsregierung gehen davon aus, dass erste Objekte ab 2018 bezugsfertig sein könnten.

Die FMG will jedoch nicht nur bauen beziehungsweise bauen lassen. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Darüber hinaus wird die Anmietung weiterer am Markt verfügbarer Kapazitäten in Betracht gezogen.“ Dabei habe man Projekte in den an den Airport angrenzenden Landkreisen sowie in der Stadt Landshut im Auge.

Zierers Anfrage liegt ein Interview mit FMG-Chef Michael Kerkloh in der Wirtschaftswoche zugrunde. Dem Fachblatt sagte Kerkloh, die FMG wolle bereits 2016 damit beginnen, „bis zu 600 Wohnungen in Flughafennähe bereitzustellen“. Dies sei erst der Anfang, wird der Hauptgeschäftsführer zitiert. Als Grund führt er das „stark anhaltende Wachstum des Flughafens“ an. Die FMG und andere Firmen am Airport hätten nicht zuletzt wegen explodierender Mieten und Kaufpreisen immer größere Probleme, neue Mitarbeiter vor allem aus unteren Lohngruppen zu finden. Die fänden immer seltener finanzierbaren Wohnraum. Kerklohs Gegensteuerung: Wir wollen dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter von ihrem Einkommen vernünftig leben können.“

In gleicher Weise hatte sich im Oktober auch Carsten Wilmsen, Leiter des FMG-Geschäftsbereichs Real Estate (Immobilien), auf der Messe Expo Real in Riem geäußert. Dort hatte er angekündigt, dass die Schaffung bezahlbarer Wohnungen eine neue Herausforderung für den Konzern sei. Wilmsen nannte seinerzeit nicht nur eigene Mitarbeiter, sondern signalisierte insgesamt die Bereitschaft, den Markt durch eigene Initiative entlasten zu wollen. Dies hatte er nicht zuletzt vor dem Hintergrund des FMG-Engagements gesagt, unmittelbar am Airport mittelfristig große Gewebeimmobilien zu schaffen, die so genannte Air Site.

Hans Moritz

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