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Die S-Bahnen sollen ab 2026 auch aus Richtung Erding zum Flughafen fahren.

Baubeginn im zweiten Quartal 2018

Flughafen-Tunnel wird verlängert: Erdinger Ringschluss rückt ein Stück näher

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  • Tobias Lill
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Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer besseren Bahn-Verbindung an den Flughafen: Der S-Bahn-Tunnel am Airport wird um rund 1,8 Kilometer nach Osten verlängert. Ziel ist die Weiterführung bis Erding und darüber hinaus.

MünchenDer Flughafen München sei der einzige Airport, der nur aus der Luft zu erreichen ist. So witzelte mal eine Zeitung. Doch einigen gescheiterten Anläufen, diesen Zustand abzustellen – Stichwort Flughafen-Transrapid –, ist 20 Jahre nach der Eröffnung nun doch Besserung in Sicht. Durch den Erdinger Ringschluss soll der Flughafen auch auf der Ostseite für den Zugverkehr geöffnet werden. Auch die bessere Anbindung Mühldorfs und weiterer Teile Ostbayerns rückt etwas näher.

Bislang endet der Flughafen-Tunnel auf Höhe des Terminal-2-Satelliten. Nun wird der Tunnel für 140 Millionen Euro nach Osten weitergeführt. Im Anschluss an den Tunnelausbau soll die oberirdische Strecke nach Erding, inklusive der Abstell- und Wendeanlage sowie einem Haltepunkt in Schwaigerloh (Gemeinde Oberding), für die S-Bahnen und Züge aus Nordostbayern gebaut werden. „Unsere stark beanspruchte Verkehrsinfrastruktur wird durch die neue Trasse erheblich mehr Leistungsfähigkeit gewinnen“, erklärt Airport-Chef Michael Kerkloh. So stabilisiere die Wendeanlage „die Betriebsqualität von S-Bahn und Regionalverkehr am Flughafen“. Die ersten Erd- und Rodungsarbeiten laufen. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im zweiten Quartal 2018 beginnen. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt eine Sprecherin des Flughafens unserer Zeitung. Bis über eine noch zu bauende Walpertskirchner Spange tatsächlich Züge über Mühldorf und Erding zum Flughafen fahren, wird es allerdings noch viele Jahre dauern.

Kompromiss sieht einen längeren Tunnel vor

Beim Erdinger Ringschluss mussten schon zahlreiche Schwierigkeiten überwunden werden. So hatten die Stadt Erding und die Bahn lange über den Verlauf der Zugstrecke im Stadtgebiet gestritten. Der Kompromiss sieht einen längeren Tunnel unter der Stadt Erding vor, dessen Kernstück ein neuer Bahnhof ist. Den werden in fernerer Zukunft Regionalbahnen ansteuern, die über die Walpertskirchner Spange und die Strecke München-Mühldorf den südostbayerischen Raum bis Salzburg an den Flughafen anbinden werden. Das ist ein Projekt des Bundes.

Klar ist zwar: Es wird noch viele Jahre dauern, ehe der S-Bahn-Ring fertig wird. Vor dem Jahr 2026 rechnet niemand mit einer kompletten Fertigstellung.

Dennoch könnten viele Ostbayern bereits in einem Jahr eine deutlich bessere öffentliche Flughafenanbindung haben. Denn ein Bestandteil des Ringschlusses ist bereits im Bau: die westlich des Flughafens gelegene Neufahrner Kurve. Über diese sollen künftig Regionalbahnen aus Regensburg über Landshut und Freising den Flughafen-Bahnhof im Stunden-Takt erreichen. „Die Fahrtzeit zwischen Regensburg und dem Flughafen wird dann eineinviertel Stunden betragen“, kündigte Johann Niggl, Chef der Bayerischen Eisenbahn-Gesellschaft (BEG), bei der Ausschreibung des Zugverkehrs an. Die Vergabe des sogenannten ÜFEX (Überregionaler Flughafen-Express) soll in Kürze erfolgen.

Unmittelbar neben der Neufahrner Kurve entsteht das sogenannte Überwerfungsbauwerk Flughafen-West, das die S-Bahn-Linien S1 und S8 entlasten und mehr Zugverbindungen erlauben soll. Dafür besteht bereits Baurecht. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte im August, er strebe die Inbetriebnahme 2024 an.

Lesen Sie auch: Schattenseite des Flughafens: „Gut erreichbar nur aus der Luft“

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