Vor 25 Jahren: Der Flughafen, hier Fahrgastbrücken, zieht um.

VOR 25 JahreN WAR DER UMZUG

Flughafen feiert Geburtstag - die Gegner nicht

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Der Flughafen feiert sich selbst: Vor 25 Jahren, am 17. Mai 1992, zog der komplette Airport von München-Riem ins Erdinger Moos. Dazu gibt es viel Party. Aber die Gegner planen eine eigene Festwoche. Arbeitstitel: 25 Jahre Lärm und Dreck.

München – Flughafen-Chef Michael Kerkloh ist in Feierlaune, denn er kann zum Jubiläum mit Rekordzahlen aufwarten. 2016 war das Jahr mit einem Rekordgewinn – 150 Millionen Euro verdiente der Flughafen nach Abzug der Steuern. Die Zahl der Flugbewegungen stieg um 3,8 Prozent auf 394 430 Starts und Landungen, die Zahl der Passagiere wuchs um 3,1 Prozent auf knapp 42,3 Millionen – wobei Umsteiger wie international üblich doppelt gezählt werden. „Das Passagieraufkommen ist also seit der Flughafen-Eröffnung auf mehr als das Dreieinhalbfache angewachsen“, stellte Kerkloh bei der Jahrespressekonferenz fest.

Wobei er beim Thema war: Das Jubiläum soll im Mai groß gefeiert werden. Am 17. Mai beginnt es mit einem Festakt in der Residenz, abends gibt es dann eine große Campus-Party für alle Flughafen-Mitarbeiter. Außerdem sind in den Tagen darauf ein Musikfestival zusammen mit „Bayern 3“, ein Nachbarschaftsabend „für unsere Partner in der Region“ sowie am Wochenende dann zwei große Familien-Tage für jeweils 25 000 Gäste geplant. Anmelden kann sich dafür jedermann über eine Web-Seite, die demnächst freigeschaltet wird (wir werden berichten). Wer das Glück hat, eines der wahrscheinlich sehr begehrten Tickets zu ergattern, der kann Flugzeuge aus nächster Nähe bestaunen, inklusive einer Flugshow. Auch Oldtimer werden zu sehen sein, versprach der Flughafen-Chef. „Wir werden richtig Party machen.“ Die Startbahn-Gegner werden allerdings wohl eher nicht kommen. Sie planen eine alternative Festwoche mit dem Arbeitstitel „25 Jahre Lärm und Dreck“, hieß es gestern im Vorfeld einer Veranstaltung, zu der das Anti-Startbahn-Bündnis „Aufgemuckt“ eingeladen hatte. Schon zugesagt zu einem Vortrag hat der Verfasser einer Fluglärm-Studie.

Ungeachtet dieses Streits geht Kerkloh von einem weiteren Wachstum aus. Auch in diesem Jahr werde ein Zuwachs bei den Flügen „von drei bis vier Prozent“ auf dann über 400 000 erwartet – etwas weniger als zuletzt prognostiziert. Der Luftverkehrsmarkt sei derzeit im starken Wandel und schwer exakt zu berechnen. 2018 werde sich das Wachstum „abschwächen“ und sich dieser Trend in den Jahren danach fortsetzen. Wann und ob der alte Rekord von 2007 und 2008 (je 432 000 Flüge) wieder erreicht werden könne, sagte Kerkloh nicht.

Hauptproblem sei Slot-Mangel, also das Fehlen von passenden Abflugzeiten, die den Fluggesellschaften günstige Umläufe ein- und desselben Flugzeugs ermöglichen würden. Kerkloh erneuerte daher seine Forderung nach dem Bau einer dritten Startbahn.

Langfristiges Ziel des Flughafens sei, den sogenannten Low-Cost-Anteil zu erhöhen. Dieser sei in München mit sieben Prozent inklusive aller Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings „deutlich unterrepräsentiert“. Amsterdam als vergleichbarer Flughafen habe drei Mal so viele, nämlich 22 Prozent Billigflieger. Die Ansiedlung einer weiteren Fluglinie in einer Größenordnung von Eurowings – etwa Ryanair – schloss Kerkloh aber als unrealistisch aus.

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