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Ihrem Ärger Luft machten die Startbahngegner in der Aufgemuckt-Versammlung im Grünen Hof

3. Startbahn: Aufgemuckt-Versammlung in Freising

Wut und Hass auf die Freien Wähler

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Der Zorn auf die Freien Wähler ist nach dem Startbahn-Moratorium im Koalitionsvertrag bei der Mehrheit der Startbahngegner groß. Sehr groß. Der, der das am Donnerstag bei der Mitgliederversammlung von Aufgemuckt in Freising laut und deutlich zu spüren bekam, war der FW-Landtagsabgeordnete Benno Zierer.

Freising/Flughafen - Der hatte sich in die Höhle des Löwen gewagt – und ertrug die Schimpftiraden tapfer. Einer rief: „Mein Hass ist riesig.“ Und Franz Spitzenberger, der BI-Chef aus Attaching, bezeichnete Hubert Aiwanger als „Meineidbauer“ und ließ an den FW kein gutes Haar: „Wir werden von den Freien Wählern schon immer beschissen – und zwar von A bis Z, von Aiwanger bis Zierer.“

Die Stimmung im Grünen Hof war aufgeheizt. Während sich der neue Landtagsabgeordnete der Grünen, Johannes Becher, unter Freunden fühlen konnte, glich der Auftritt Zierers einem Gang zum Schafott. Anfangs konnte er noch scherzen: „Ich habe schon eine Halskrause um, damit sie mich nicht köpfen“, witzelte er. Doch das Witzeln dürfte Zierer schnell vergangen sein: Über eine Stunde dauerte die massive und teils heftige Kritik an Zierer und den Freien Wählern.

Rainer Pilz aus Kranzberg bezeichnete das Verhandlungsgeschick der FW als „naiv und amateurhaft“. Wichtig: Ohne die Stimmen der Startbahngegner hätte es doch für die FW gar nicht zur Regierungsbeteiligung gereicht.

Eine „Sauwuat“ hatte der ehemalige Aufgemuckt-Sprecher Hartmut Binner. Er müsse sich beherrschen, sonst würde er beleidigend werden. Aiwanger, so Binner, habe sich „vor lauter Machtgeilheit unter Wert verkauft“. „Stinksauer“ war auch der Attachinger Ludwig Grüll von Plane Stupid: Zierers Versprechen, seine Parteikollegen würden zu 100 Prozent hinter ihm stehen und die Startbahn ablehnen, sei also falsch gewesen. „Schändlicher geht’s gar nicht.“

Und der von Zierer & Co. als Erfolg verkaufte Planungsstopp sei „lächerlich“. Die Planung sei doch schon „fertig bis zum letzten Gummideckel“.

Besonderen Zorn zog auch der Ex-Landrat und Ex-MdL Manfred Pointner auf sich, der im FT-Interview darauf verwiesen hatte, die Münchner Grünen hätten vor 13 Jahren nicht gegen die Einleitung der Startbahnplanungen gekämpft. „Da hat es mir den Schalter rausgehauen“, so Martin Bauer (Lichterzeichen). „Wie primitiv, auf die Grünen einzudreschen.“

Grünen-Schelte mag man bei Aufgemuckt gar nicht. Das musste auch Zierer selbst erfahren. Der hatte in seinem Statement argumentiert, dass die Verhandlungsposition der FW schon deshalb schlecht gewesen sei, weil Grünen-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann in Passau doch gesagt habe, mit den Grünen gebe es „in den nächsten fünf Jahren“ keine Startbahn – was ihm einen Sturm der Entrüstung eintrug. Das Resultat der Koalitionsverhandlungen hätten schon die FW zu verantworten, sonst niemand, so die Meinung im Saal.

Zierer, der seine Aussage wiederholte, er sei mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden, tendiert dazu, nicht aus den FW auszutreten, weil er dann „gar nichts mehr mitzureden“ habe. Zudem hätten die FW Zugriff auf das Wirtschafts- und das Umweltministerium. Vielleicht könne man auf diesem Weg ja jetzt dann die Startbahn beerdigen. Höhnisches Gelächter im Saal.

Zierer erntete aber auch Lob, dass er sich gestellt habe. Und es gab Stimmen wie die von Georg Kölbl oder auch Thomas Enghofer (Kranzberg), die davor warnten, sich jetzt auseinander dividieren zu lassen. Zierer sei die einzige Stimme Freisings gegen die Startbahn in der Regierung. Denn der, der das Beerdigen der Startbahn wirklich in der Hand gehabt hätte, sei ja wohl Staatsminister Florian Herrmann (CSU) gewesen. Der sei also „hauptverantwortlich“ dafür, so Enghofer, dass die Zitterpartie weitergehe – aber auch der Kampf gegen die Startbahn. Applaus im Saal.

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