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Archivbild: Ein mit abgelehnten Asylsuchenden besetztes Flugzeug startet am 22. Februar vom Flughafen in München in Richtung Afghanistan. An Bord: 46 abgelehnte Asylbewerber.

Flugzeug startete am Dienstagabend

Sammelabschiebung: Afghanen nach Kabul ausgeflogen - Proteste in der Münchner Innenstadt

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Erneut brachte ein Flugzeug abgelehnte Asylbewerber zurück nach Afghanistan. Unter den Insassen waren auch verurteilte Straftäter. 

München/Münchner Flughafen - Am Dienstagabend wurden 17 Menschen vom Münchner Flughafen nach Afghanistan geflogen. Die Asylbewerber hätten Deutschland verlassen müssen, weil sie nach Ablehnung ihrer Anträge nicht freiwillig ausgereist seien, teilten die bayerischen Behörden am Mittwoch mit. Laut dem Journalisten Michael Trammer startete die Chartermaschine um 22 Uhr in Richtung Kabul. 

Fünf verurteilte Straftäter unter den 17 abgeschobenen Afghanen

Unter den 17 Abgeschobenen seien fünf rechtskräftig verurteilte Straftäter gewesen, die unter anderem der Vergewaltigung, des schweren Raubs und der gefährlichen Körperverletzung schuldig seien. 

Laut dem Flüchlingsrat Bayern war es der 16. Abschiebeflug nach Afghanistan. 

Afghanen stammten aus acht Bundesländern - sieben kamen aus Bayern

Sieben Abgeschobene hielten sich den Angaben zufolge zuletzt in Bayern auf. Daneben beteiligten sich Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen an der vom Bundesinnenministerium organisierten Sammelabschiebung mit einem Charterflugzeug.

Protest gegen den Abschiebeflug in der Münchner Innenstadt

In der Münchner Innenstadt protestierten am Abend mehrere hundert Menschen gegen die Abschiebung. Nach Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrats beteiligten sich etwa 300 bis 400 Menschen an dem Protest. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schloss sich den Protesten an. Kabul sei nicht sicher, lautete die Kritik. Die Aktivisten fordern einen Stopp von Sammelabschiebungen nach Afghanistan. 

Die bayerische Verwaltung verwies am Mittwoch jedoch darauf, dass "nach der jüngsten Einschätzung des Auswärtigen Amts und des Bundesinnenministeriums Abschiebungen nach Afghanistan generell möglich" seien. Bayern sei daher gesetzlich dazu verpflichtet. "Erste Priorität" sei es, Straftäter und Gefährder "so schnell wie möglich" abzuschieben. Am Dienstag seien "vorrangig Personen berücksichtigt" worden, "an deren Rückführung ein ganz erhebliches öffentliches Interesse besteht".

Immer wieder heftige Kritik an Abschiebe-Flügen nach Afghanistan

Viel Aufsehen erhielt zuletzt ein Sammelflug mit 46 Afghanen, die im August abgeschoben wurden, darunter 26 Personen, die in Bayern lebten. Obwohl auch Straftäter darunter waren, gab es heftige Kritik

Ein zu Unrecht abgeschobener afghanischer Asylbewerber musste ebenfalls im August nach Deutschland zurückgeholt werden

Im Juli erregte Innenminister Horst Seehofer die Gemüter im politischen Berlin, weil er auf einer Pressekonferenz lächelnd seinen 69. Geburtstag mit den zeitgleichen 69 Abschiebungen nach Afghanistan in Verbindung brachte. Die Kritik verschärfte sich noch als bekannt wurde, dass sich einer der Abgeschobenen, ein 23-jähriger Afghane, nach der Landung in Kabul erhängt hatte

mag/AFP

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