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So funktioniert die Sprengstoff-Kontrolle: Ein Papierstreifen wird über Geräte und Personen gewischt, anschließend wird er in das Suchgerät gesteckt.

Machen Sprengstoff-Suchgeräte krank?

Nach Schock-Fotos plant Flughafen neue Messungen

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München - Angebliche Ausdünstungen von Sprengstoff-Suchgeräten sorgen beim Flughafen München für Wirbel. Nun soll es neue Schadstoffmessungen geben.

Mindestens 22 Sprengstoff-Suchgeräte des Typs Itemiser 4DX sind am Flughafen schon wieder im Einsatz, auch der zweite Gerätetyp Sniffer soll wieder aufgestellt werden. Beide Gerätetypen waren zwischenzeitlich abgebaut. Doch Mitarbeiter der staatlichen Sicherheitsfirma SGM, die der Regierung von Oberbayern untersteht, sind verunsichert: Bei der ersten Aufstellung der Geräte im September fielen reihenweise Beschäftigte um, es gab bis zu 200 Erkrankungen. Manche leiden noch heute an Hautausschlägen, Atemnot oder Asthma. Ausgeräumt ist die Affäre bis heute nicht: Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt seit Herbst gegen Unbekannt wegen gefährlicher Körperverletzung – 50 SGM-Mitarbeiter hatten angezeigt, sie seien durch die Ausdünstungen geschädigt worden. Die Ermittlungen stehen vor dem Abschluss.

Nach diversen Gutachten will es das Unternehmen SGM nun offenbar genau wissen: Die SGM „beabsichtigt die Durchführungen ergänzender Schadstoffmessungen“, teilte die Regierung von Oberbayern gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Diese sollten direkt bei den Kontrolleuren durchgeführt werden. Allerdings gibt es noch kein Datum für die Messungen, da für die Geräte noch neue Standorte gefunden werden sollen. Hintergrund: Im Dauereinsatz erhitzen sich die Geräte offenbar, in der Anfangszeit waren sogar Plastikteile der Umhäusung verschmort. Offenbar denkt die SGM daran, Itemiser und Sniffer dort aufzustellen, wo eine bessere Durchlüftung gewährleistet ist. Die Regierung nennt das „Standortoptimierung“. Erst wenn dies geschehen sei, machten die neuen Messungen Sinn.

An diesem Dienstag wird eine Delegation von SGM-Mitarbeiter im Landtag erwartet. Im Gesundheitsausschuss muss Uwe Büchner, Leiter der Abteilung „Luftsicherheit“ im bayerischen Verkehrsministerium, Auskunft über die Sprengstoff-Suchgeräte geben. Die SPD-Abgeordnete Katrin Sonnenholzner mahnt, das Klima bei der SGM sei „schlecht“, das Unternehmen müsse „das Vertrauen der Mitarbeiter wiedergewinnen“. Zahllose Gerüchte machen derzeit die Runde. So zum Beispiel die Behauptung, am Wochenende seien zwei Mitarbeiterinnen wegen neuer Ausdünstungen vom Notarzt versorgt worden. „Weder dem Luftamt noch der SGM sind Notarzteinsätze bekannt“, teilte die Regierung dazu gestern mit. Auch die Krankheitsquote – angeblich bei über zehn Prozent – sei weit geringer. Sie liege bei nur fünf Prozent. Dritte Vermutung: Viele Mitarbeiter verlassen das Unternehmen, angeblich allein im April 25 Personen. Die Regierung dementiert auch dies nachdrücklich.

Womöglich sind die SGM-Mitarbeiter nicht die einzige betroffene Personengruppe. Am Montag meldete sich in der Redaktion des Münchner Merkur der Mitarbeiter einer Fluglinie, der lange im Check-in-Bereich des Flughafens arbeitete und angibt, aufgrund der anhaltend schlechten Raumluft chronisch erkrankt zu sein.

So krank sollen Sprengstoff-Kontrollgeräte am Flughafen machen

Rötliche Verfärbungen im Gesicht und am Hals, Hautausschläge am Rücken, eine stark belegte Zunge – die Bilder, die ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma SGM unserer Redaktion zeigte, deuten auf schwere Verätzungen hin. Die Fotos stammen vom vergangenen September.

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