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Ein Projekt: Auch die Befeuerung der Landebahnen wird auf LED umgestellt.

Ziele bis 2030

So will der Flughafen das Klima schützen

München - Ein Flughafen zählt wohl zu den schlimmsten Umweltsündern überhaupt. In München soll deshalb der CO2-Ausstoß massiv reduziert werden. Mit einem Trick könnte er CO2-neutral werden.

Der Flughafen will die CO2-Emissionen deutlich reduzieren – bis 2030 um 60 Prozent. Dies beschlossen die Gesellschafter von Bund, Stadt und Land. Die restlichen 40 Prozent sollen kompensiert werden, beispielsweise durch den Kauf von CO2-Zertifikaten. Dann wäre der Flughafen CO2-neutral. Nicht in der Berechnung enthalten sind die Emissionen der startenden und landenden Flugzeuge. Dennoch: „Der Beschluss ist für die Glaubwürdigkeit des Flughafens wichtig“, sagte Finanzminister Markus Söder, der Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen-GmbH ist, gegenüber unserer Zeitung. Damit solle „bewusst ein Zeichen gesetzt“ werden, zumal der Flughafen ja die dritte Startbahn haben wolle.

Derzeit emittiert der Flughafen-Betrieb gut 100.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich. Zum Vergleich: Ein Fluggast setzt auf der Flugstrecke Frankfurt-Sydney (Hin- und Rückflug) circa zwölf Tonnen CO2 frei. In den nächsten 14 Jahren will der Flughafen für die Umsetzung des Klimabeschlusses insgesamt 150 Millionen Euro investieren. Das Geld soll für die Modernisierung des gesamten Flughafen-Betriebs ausgegeben werden. „Es geht um einen kompletten Check“, sagte Söder. 

Beispielsweise sind eine klimaeffiziente Gebäudetechnik, ein umweltfreundlicher Fuhrpark und die Senkung des Stromverbrauchs in den Gepäckförderanlagen geplant. Die beiden Start- und Landebahnen sollen mit LED-Beleuchtung ausgestattet werden. Der Fuhrpark des Flughafens soll auch E-Autos umfassen. Flughafen-Chef Michael Kerkloh ließ sich wie folgt zitieren: „Als erster Five-Star-Airport Europas haben wir auch im Hinblick auf den Klimaschutz einen besonders hohen Anspruch.“ Der Flughafen sei „Vorreiter im Klimaschutz“.

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