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In akuter Lebensgefahr schwebte das Neugeborene, nachdem es am 30. Juli 2015 in der Parkhaus-Toilette gefunden wurde. Unser Bild zeigt die Umbettung des Mädchens in den Rettungshubschrauber Christoph München, der umgehend in Richtung Haunersches Kinderspital abhob. Dort wurde die Kleine gerettet.

Neugeborenes auf Toilette zurückgelassen

Flughafenbaby: Mutter wegen versuchter Tötung angeklagt

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Flughafen - Der Mutter des Flughafenbabys muss sich wegen wegen versuchter Tötung vor dem Landgericht Landshut verantworten. Die Anklage wirft der 23-Jährigen vor, am 30. Juli ihr Neugeborenes in einer Toilette zur Welt und zurückgelassen zu haben. Das Kind überlebte nur knapp.

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Am frühen Nachmittag des 30. Juli, ein heißer Sommertag, fand eine Frau in der Toilette des Parkhauses P 20 am Flughafen ein Neugeborenes. Es steckte im eiskalten Wasser einer Kloschüssel. Sofort holte die Frau Hilfe.

Zufällig waren ein Notarzt und ein Sanitäter der Malteser in die Nähe. Sie eilten dem Kind zu Hilfe und reanimierten es. Wenige Augenblicke später landete ein Rettungshubschschrauber auf der Terminalstraße Mitte. Das Neugeborene wurde sofort ins Haunersche Kinderspital geflogen und dort auf der Intensivstation gerettet.

Von der Mutter fehlte jede Spur. Eine Woche lang. Dann meldete sich ein Mann, der in Dubai ein Rassekatze bestellt hatte. Übergeben wurde sie ihm von einer jungen Frau, die hochschwanger aussah und zerstreut wirkte. Nachfragen wies sie zurück.

Der Zeuge, der die Meldung vom Baby im Klo gelesen hatte, informierte die Polizei. Wenig später war die Frau gefunden. Es handelt sich um eine 23 Jahre alte Deutsch-Türkin aus Heidenheim (Baden-Württemberg). Sie hatte als Au-Pair-Mädchen in dem Wüstenstaat gearbeitet.

Sie leugnete alles. Doch der DNA-Abgleich von Mutter und Tochter brachte die Gewissheit. Die Kripo Erding rekonstruierte, dass die werdende Mutter nach der Landung und der Übergabe der Katze ins Parkhaus P 20 gegangen war – mit ihrer Mutter. Die wartete vor der Tür. Nach der Entbindung ließ die junge Mutter das Kind in der Kloschüssel zurück. Mit ihren Eltern fuhr sie nach Heidenheim zurück.

Die 23-Jährige wurde festgenommen. Bereits seit einem halben Jahr sitzt sie in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim. Jetzt ist die Anklage fertig. Das bestätigt Dr. Klaus Ruhland von der Landshuter Staatsanwaltschaft unserer Zeitung. Im Frühjahr wird sie sich vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitz von Richter Markus Kring wegen versuchter Tötung verantworten müssen – ein Delikt, das mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft wird. Der Prozess dürfte sich über mehrere Tage hinziehen. Relevant werden könnte die Frage, inwieweit die Frau bei klarem Verstand oder in einer psychischen Ausnahmesituation gehandelt hat. Dann sind Kurzschlusshandlungen nicht selten. Daher lautet die Anklage zunächst auf versuchten Totschlag und nicht versuchten Mord.

Nach unseren Informationen hat die Deutsch-Türkin bislang nicht viel zu ihrer Entlastung beigetragen. Anfangs beharrte sie darauf, nicht die Mutter zu sein. Ob sie mittlerweile geständig ist, wollten weder Ruhland noch ihr Münchner Verteidiger Adam Ahmed sagen.

Dubios ist das Gerücht, die Frau sei während der U-Haft von einer Mitgefangenen verprügelt worden. „Dazu liegt uns nichts vor. Das können wir so nicht bestätigen“, sagte Peter Beck von der Münchner Polizei auf Anfrage.

Das Mädchen – die Medien hatten sie Franziska genannt – lebt jetzt unter neuem Namen in einer Pflegefamilie.

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