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Nicht nur um Lärm, sondern auch um den Schadstoffausstoß der Flieger am Münchner Flughafen ging es in der Fluglärmkommission.

Fluglärmkommission

Ultrafeinstaub: „Alles andere als trivial“

Einen stattlichen Zuwachs vermeldet die FMG bisher in 2017. Aber es gab von Juli bis Oktober auch ein Mehr an Beschwerden. Und auch um die Ultrafeinstäube ging es bei der Sitzung der Fluglärmkommission.

Flughafen - Ein Plus von 5,8 Prozent bei den Passagieren und ein Plus von 2,9 Prozent bei den Flugbewegungen, am Ende des Jahres 44 Millionen Passagiere sowie mehr als 400 000 Starts und Landungen – alles Zahlen, die FMG-Prokurist Josef Schwendner bei der Sitzung der Fluglärmkommission gerne vortrug.

Dass sich die Insolvenz von Air Berlin noch auswirken werde, verhehlte er nicht, sah aber der Eröffnung der ICE-Strecke München–Berlin gelassen entgegen. Er könne sich nicht vorstellen, dass Geschäftsleute für einen Zwei-Stunden-Termin in Berlin acht Stunden Zugfahrt auf sich nehmen. Aber: „Wir werden sehen.“

Schwendners FMG-Kollege Hermann Blomeyer hatte auch Zahlen dabei: Circa 65 Prozent des Nachtflugkontingents schöpfe man momentan aus. Und dann ging er auf die Expertenanhörung zum Ultrafeinstaub (UFP = ultra fine particles) im Landtag ein. Zwei Dinge habe er herausgehört: Die Messgeräte seien keinesfalls für wissenschaftliche Auswertungen geeignet, und die Wirkung der UFP müsse noch untersucht werden.

Danach führte Blomeyer die UFP-Belastung durch Teelichter und Apfelsinenschalen an, was Christian Magerl zum Widerspruch herausforderte: Er habe aus der Landtagsanhörung mitgenommen, dass UFP „alles andere als trivial“ sei. Freilich seien noch weitere Forschungen notwendig, aber die Messungen, etwa des Bürgervereins, „in Bausch und Bogen“ durch Dinge zu verdammen, „die Ihnen gerade in den Kram passen“, gehe nicht. Und Vergleiche zwischen den Abgasen aus Flugzeugtriebwerken und Teelichtern „kommen nicht gut an“.

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Freisings OB Tobias Eschenbacher, verkündete in diesem Zusammenhang, dass Innenminister Joachim Herrmann auf Anstoß der Kommission hin ein Schreiben an seine Ministerkolleginnen Ulrike Scharf und Melanie Huml verfasst habe mit der Bitte, sich des Themas anzunehmen.

Die Berichte der Deutschen Flugsicherung (DFS), der Regierung von Oberbayern und der FMG ergaben zusammen 340 Beschwerden zwischen Juli und Oktober. Manche davon, wie die aus Lengdorf und Moosburg, seien „eine Frage der Wahrnehmung“, sagte Herbert Knur. In diesen Fällen sah die Fluglärmkommission keine Möglichkeit, etwas zu ändern, ohne andere Bereiche noch mehr zu belasten. Um Bürger zu beruhigen, gebe es diverse Möglichkeiten im Internet, die Flugroute jedes einzelnen Fliegers zu kontrollieren.

Den Antrag der Gemeinde Markt Schwaben, die Flugzeuge sollten länger auf der vorgesehenen Route bleiben und schneller steigen, um die Belastungen für den Ort zu minimieren, hatte die DFS geprüft. Antwort: Das sei nicht möglich. Endgültig klären konnte man diese Frage letztlich nicht. Eine kleine Runde soll das Thema ausführlich erörtern.

Andreas Beschorner

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