Verantwortlich fürs Informationsmanagement: Michael Zaddach von der Flughafen München GmbH. foto: aichele

Der ganze Flughafen im Smartphone

Flughafen - Das mobile Internet ist ein boomendes Geschäftsfeld - auch für Flughäfen. Derzeit wird eine App entwickelt, die Passagiere direkt zu den für sie wichtigen Dienstleistungen führt.

Eine elektronische Bordkarte hat der eine oder andere schon genutzt: Einfach das Smartphone mit dem Display nach unten auf einen Scanner gelegt, und schon bekommt man Zugang zum Flugzeug. Oder die SMS der Airline, wenn ein Flug doch von einem anderen Gate startet - diese mobilen Dienste sind bereits Realität in der Luftfahrt. Doch die Planungen gehen viel weiter. Experten wie Michael Zaddach und sein Team arbeiten an Apps, die Passagiere wie ein Fremdenführer durch Flughäfen leiten. Das berichtete der IT-Chef der Flughafen München GmbH (FMG) bei einer Buchvorstellung vor Fachpublikum am Flughafen.

Präsentiert wurde das Buch „Marktplätze im Umbruch“, dessen Thema im Untertitel deutlich wird: „Digitale Strategien für Services im Mobilen Internet“. Der Zugang dazu ist so unterschiedlich wie der Blickwinkel der rund 120 Autoren darauf. An dem Projekt unter Leitung von Claudia Linnhoff-Popien, Informatik-Professorin an der LMU München, waren Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft von Industrie bis Versicherungswesen beteiligt.

Bei der Buchpräsentation im Municon Kongresszentrum sprach unter anderem Ralf Schneider. Er hat bei der Allianz-Versicherung den gleichen Posten inne wie Zaddach bei der FMG: CIO, Chief Information Officer, also Verantwortlicher für das Informations- und Kommunikationsmanagement.

Schneider machte die Umwälzung deutlich, zu der das exponentielle Wachstum aller IT-Bereiche führt. Für Firmen sei die ganze Kette von Technik wie Smartphones bis hin zur Information wichtig. Und letztere sei nichts wert, wenn ein Dienstleister daraus nicht Wissen und daraus wiederum Handlungen generiere.

„Der Flughafen München ist nicht nur eine hochqualitative Abfertigungsmaschine für täglich 100 00 bis 120 000 Passagiere, sondern in hohem Maß Erlebnisraum für unsere Gäste“, erklärte Zaddach. Technologie - Smartphones in Verbindung mit Sensoren - könne dazu genutzt werden, die Reisenden über die Services am Boden zu informieren. Der Passagier in Eile müsse nur schnell zum Gate seines Anschlussflugs oder zum vorbestellten Mietwagen geleitet werden. Wer jedoch Zeit hat, freue sich eventuell über die Informationen, wo man vor dem Business-Meeting noch duschen kann.

Eine solche App für mobile Endgeräte werde derzeit in Kooperation mehrerer deutscher Flughäfen entwickelt, verriet Zaddach auf Nachfrage. Ein Prototyp-Test werde im Juni beginnen.

Wenn mehr als reine Reisedaten vorliegen, könnte die Flughafen-App auch Dinge, die FMG-Geschäftsführer Michael Kerkloh im Grußwort zur Buchpräsentation plastisch beschreibt. Zum Beispiel einen Hinweis darauf geben, „dass die Drogerie im Terminal, an der der Passagier gerade vorbeigeht, eine für seine lichtempfindliche Haut besonders gut geeignete Sonnenschutzcreme im Angebot hat“.

„Marktplätze im Umbruch“: Ein kostenloses Probekapitel erhalten Interessierte im Internet auf marktplaetze.virality.de; ISBN 978-3-662-43781-0.

(Timo Aichele)

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